Kendo (Japan), was „Weg des Schwertes“ bedeutet, ist eine moderne japanische Kampfkunst des Schwertkampfes, die auf dem traditionellen japanischen Kenjutsu basiert. Es ist eine körperlich und geistig herausfordernde Aktivität, die die Werte und Normen der Kampfkünste mit sportlichen Elementen verbindet. Diese japanische Schwertkampftechnik wurde im 16. Jahrhundert entwickelt, um eine Vielzahl verschiedener Techniken zu vereinen.
Modernes Kendo
Das moderne Kendo wurde jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelt. Ein Praktizierender dieser Sportart wird Kendoka genannt. Seit 1975 wird das Konzept von Kendo folgendermaßen beschrieben: „Die Disziplinierung des menschlichen Charakters durch die Anwendung der Prinzipien des Katana“. Kendo ist also Übung in Selbstdisziplin, während Kenjutsu hingegen eine echte Kampftechnik ist.
Kendo stammt aus der Samurai-Tradition des feudalen Japans und ähnelt damit verwandten Kampfkünsten wie Iaido und Jodo. Es ist die moderne Sportvariante des Kenjutsu. Wie Judo, Karate, Aikido usw. gehört Kendo zum Budo. Vor allem in Japan, den Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankreich wird die Sportart ausgeübt. Auch außerhalb Japans hat Kendo große Bekanntheit erlangt. In den Niederlanden wird Kendo seit über 25 Jahren praktiziert, und in den meisten größeren Städten gibt es Dojos.
Der Sport Kendo
Kendo wird mit „Schwertern“ aus gespaltenem Bambus, sogenannten Shinai, unterrichtet. Der Praktizierende (Kendoka) trägt eine umfangreiche Schutzausrüstung (Bogu). Beim Kenjutsu und „Kendo Kata“ werden Boken (Holzschwerter) und Katana (Stahlschwerter) verwendet. Im modernen Kendo gibt es zwei Arten von Angriffen: Schläge und Stöße. Schläge sind nur auf bestimmte Körperteile erlaubt: die Oberseite und die Schläfen des Kopfes, die rechte und linke Körperseite sowie die Unterarme. Stöße dürfen nur auf die Kehle gerichtet sein; oder auf die Oberseite des Brustschutzes, als Verteidigung oder um den Gegner wegzustoßen, um anschließend beispielsweise den Kopf anzugreifen. Da ein falsch platzierter Stoß auf die Kehle Verletzungen verursachen kann, wird diese Technik auf Anfängerniveau meist nicht angewendet und erst später eingeführt.
Bei Wettkämpfen werden Punkte nur vergeben, wenn die Angriffe korrekt, kontrolliert und entschlossen ausgeführt werden. Außerdem muss der Angreifer mit einem (japanischen) Ruf (Kiai) angeben, welchen Körperteil er angreift. Wenn zum Beispiel das Ziel der Kopf des Gegners ist, muss der Ruf „Men“ ausgestoßen werden. Bei einem Angriff auf das Handgelenk wird „Kote“ gerufen. Ein Angriff auf den Rumpf wird mit „Do“ begleitet, und bei einem Stoß auf die Kehle des Gegners muss „Tsuki“ gerufen werden. Sieger ist derjenige, der zuerst zwei Punkte (Ippon) erzielt.
Die Internationale Kendo Föderation (IKF) wurde 1970 gegründet und hat Mitglieder in 44 Ländern. Alle drei Jahre finden Weltmeisterschaften statt.