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Kanarenkampf

Kanarenkampf

Bei Touristen nahezu unbekannt und nicht beworben, aber auf den Kanaren selbst eine echte Spitzen­sportart: Lucha Canaria. Wörtlich bedeutet es „der kanarische Kampf“, doch es handelt sich hier um eine kanarische Form des Ringens. Und „Kampf“ klingt aggressiv, was bei dieser Sportart erfreulicherweise fehlt. Das Wort Sportlichkeit trifft hier wirklich zu, und das bei einer „Kampfsportart“.

Geschichte der Lucha Canaria

Das kanarische Ringen stammt noch aus der Zeit, bevor die Spanier die Inseln eroberten, und wurde wahrscheinlich aus dem Gebiet mitgebracht, das heute Marokko ist. In den Hunderten von Jahren, in denen die Ureinwohner nahezu ohne Kommunikation zwischen den verschiedenen Inseln rangen, entwickelten sich auf jeder Insel leicht unterschiedliche Spielregeln.

1872 wurden diese Regeln erstmals festgehalten, womit die Lucha Canaria eine der ersten definierten Ring­sportarten der Welt wurde. Erst nach 1940 wurden regionale Verbände für die Sportart gegründet, und der offizielle spanische Verband wurde schließlich 1984 ins Leben gerufen. Da auf Sand gekämpft wird, verfügt die Sportart meist über einen eigenen speziellen Bereich, fast immer ein runder Saal mit einer runden Sandgrube in der Mitte, dem sogenannten „terrero“.

Regeln der Lucha Canaria

In der Mitte nehmen zwei Ringer Platz und begrüßen sich. Mit der linken Hand wird der rechts aufgerollte Hosenbund des Gegners festgehalten, und die rechte Hand wird auf die linke Schulter des Gegners gelegt. Dann werden die Köpfe auf die rechte Schulter des anderen gelegt, und die rechten Hände zeigen zum Boden. Sobald der Schiedsrichter pfeift, gilt es, den Gegner mit einem anderen Körperteil als den Füßen den Boden berühren zu lassen. Dabei ist Schlagen oder Treten nicht erlaubt; erlaubt sind Ziehen, Schieben, Reißen, Schwung holen und Anheben. Kurz gesagt, es geht darum, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Gewicht und Kraft können dabei helfen, aber es ist auffällig, wie oft Technik der entscheidende Faktor ist.

Die Kämpfe dauern maximal 90 Sekunden, und zwei Gegner kämpfen immer zwei Runden gegeneinander, oder drei, wenn der Wettkampf nach zwei Runden noch nicht entschieden ist. Es gibt jedoch verschiedene Formen, abhängig von der Teilnehmerzahl und der vereinbarten „Modus“. So können die Teams beispielsweise in der Größe bei verschiedenen Begegnungen variieren.

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