Vale tudo bedeutet aus dem Portugiesischen übersetzt „alles ist erlaubt“ und ist eine brasilianische Kampfsportart, die weltweit populär geworden ist. In Brasilien wurde der Begriff vale tudo erstmals bei Faustkämpfen verwendet, die in den 1920er Jahren im Zirkus stattfanden.
Der Zirkusbegriff wurde bis etwa 1959-1960 kaum verwendet, als er genutzt wurde, um Stil-gegen-Stil-Kämpfe in der brasilianischen Fernsehsendung Heróis do Ringue (Helden des Rings) zu beschreiben. Zu den Organisatoren der Show gehörten Mitglieder der Gracie-Familie und alle Teilnehmer waren sehr gute Kämpfer in ihrer eigenen Martial-Arts-Disziplin.
Ab 1960 blieb vale tudo eine „Underground“-Subkultur, und die meisten Kämpfe fanden in Martial-Arts-Dojo oder kleinen Fitnessstudios statt. Vale tudo war vor allem rund um die Stadt Rio de Janeiro angesiedelt, aber viele Kämpfe fanden auch in nördlicher gelegenen Regionen und im südlichen Bundesstaat Bahia statt, wo vor allem Capoeira dominierte.
In und um Rio de Janeiro herrschte vor allem Rivalität zwischen Brasilianischem Jiu-Jitsu und Luta Livre, während in anderen Regionen verschiedene Martial-Arts-Stile gegeneinander antraten.
Gracie und die Einführung der UFC
Rorion Gracie, Mitglied der berühmten Gracie-Familie, zog in die USA und führte dort vale tudo einem neuen Markt ein, indem er 1993 die UFC gründete.
Der enorme Erfolg der UFC führte zu einer weltweiten vale tudo-Explosion, vor allem in Japan, und die Popularität kehrte auch nach Brasilien zurück. Dies führte zu zwei Organisationen, die vale tudo-Wettkämpfe veranstalteten, der WVC und der IVC.
Beide Organisationen operierten aus der brasilianischen Stadt São Paulo, und viele der heutigen MMA-Stars begannen hier ihre Karriere.
Nachdem vale tudo-Kämpfe in São Paulo verboten wurden, hörten beide Organisationen 2002 auf zu existieren. Die Welt konzentrierte sich vor allem auf das sicherere Mixed Martial Arts, bei dem strengere Regeln gelten.
Vale Tudo „Underground“
Als vale tudo auch in den Vereinigten Staaten verboten wurde, zog sich vale tudo wieder in die „Underground“-Szene Brasiliens zurück. Jährlich finden in Brasilien noch zahlreiche vale tudo-Kämpfe statt, doch aufgrund des gewalttätigen und blutigen Images werden die Kämpfe von den Medien stark kritisiert.
Kritiker sind der Meinung, dass die vale tudo-Kämpfe die Regeln des viel sichereren Mixed Martial Arts übernehmen sollten.
Befürworter von vale tudo sind dagegen, da das in Amerika entwickelte MMA heute sehr unterschiedlich zu vale tudo ist und daher als ganz andere Sportart angesehen werden muss, ähnlich wie Muay Thai sich vom sichereren Kickboxen unterscheidet.