Yağlı Güreş ist der türkische Nationalsport. Umgangssprachlich wird er als türkisches Ringen oder Ölringen bezeichnet, weil sich die Ringer mit Olivenöl einreiben.
Die Ringer werden Pehlivan genannt, was „Held“ oder „Champion“ bedeutet. Sie tragen Hosen (Kisbet oder Kispet), die ursprünglich aus dem Leder von Wasserbüffeln gefertigt wurden. Heute wird auch Kalbsleder verwendet.
Anders als bei anderen Formen des Ringens können Wettkämpfe im Ölringen gewonnen werden, indem man den Kisbet auf eine bestimmte Weise festhält.
Das Ziel des Pehlivan besteht darin, seinen Gegner zu kontrollieren, indem er einen Arm durch die Rückseite des Kisbet steckt. Wenn man auf diese Weise gewinnt, wird dies als Paça Kazik bezeichnet.
Ursprünglich hatten die Wettkämpfe kein Zeitlimit und konnten manchmal ein oder zwei Tage dauern. 1975 änderte sich dies: Seitdem beträgt die maximale Wettkampfdauer in der Baspehlivan-Kategorie 40 Minuten und in der Pehlivan-Kategorie 30 Minuten.
Gibt es am Ende keinen Sieger, folgt eine Verlängerung von 15 Minuten in der Baspehlivan-Kategorie und 10 Minuten in der Pehlivan-Kategorie. In der Verlängerung werden Punkte gezählt, um am Ende einen Sieger ausrufen zu können.
Das jährliche Kirkpinar-Turnier findet bereits seit 1362 in Edirne statt. Damit ist es das älteste kontinuierlich ausgetragene Sportereignis der Welt. In den vergangenen Jahren hat sich das türkische Ölringen weltweit zunehmend verbreitet und wird auch in anderen Ländern immer beliebter, insbesondere in den Niederlanden und Japan.