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Savate

Savate

Savate wird auch als französisches boxen, französisches Kickboxen oder französischer Fußkampf bezeichnet. Es ist eine französische Kampfkunst, bei der Hände und Füße als Waffen eingesetzt werden. Sie kombiniert Elemente des westlichen Boxens mit eleganten Tritttechniken.

Erlaubt sind ausschließlich Tritte mit dem Fuß – im Gegensatz zu Muay Thai, bei dem auch Tritte mit dem Schienbein und dem Knie erlaubt sind.

Savate ist wahrscheinlich der einzige Kickboxstil, bei dem Schuhe getragen werden (Savate ist ein französisches Wort für „alter Schuh“). Ein männlicher Savate-Kämpfer wird Savateur und eine weibliche Savate-Kämpferin Savateuse genannt.

Geschichte des Savate

Der heutige Savate-Stil entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Damals war er eine Form des Straßenkampfs, die in Paris und im Norden Frankreichs beliebt war.

Im Süden, insbesondere im Hafen von Marseille, hatten Seeleute einen Kampfstil entwickelt, bei dem hohe Tritte und Schläge mit der offenen Hand im Mittelpunkt standen. Schläge mit der Faust galten als tödliche Waffe.

Er war als jeu marseillais (Spiel aus Marseille) bekannt und wurde später chausson genannt. Auch in den Häfen Norditaliens und Ostspanien setzte sich diese Kampfkunst zunehmend durch.

Die beiden Schlüsselfiguren in der Geschichte des Savate sind Michel Casseux (1794–1869) und Charles Lecour (1808–1894). Sie entwickelten den Sport vom Straßenkampf zu einer echten Sportart weiter.

Casseux eröffnete 1825 eine Schule, in der eine reglementierte Version des Savate trainiert wurde. Später wurde Savate vom Comité National de Boxe Française als Sport anerkannt. Dazu trugen auch die großen Anstrengungen von Graf Pierre Baruzy bei.

Er gilt heute als Vater des modernen Savate und war elfmaliger französischer Meister. Die endgültige Anerkennung des Savate erfolgte 1924, als es bei den Olympischen Spielen in Paris zu einer Demonstrationssportart wurde. 2008 wurde Savate von der FISU anerkannt, wodurch 2010 in Nantes die erste offizielle Universitätsweltmeisterschaft stattfinden konnte.

Savate heute

Heutzutage wird Savate überall auf der Welt ausgeübt, von Australien bis Amerika. Viele Länder haben nationale Verbände, um den Sport zu fördern.

Es wird auf drei Ebenen gekämpft: Assaut, Pre-Combat und Combat. Beim Assaut müssen sich die Teilnehmer auf ihre Technik konzentrieren. Bei zu hartem Kämpfen können Strafpunkte vergeben werden.

Beim Pre-Combat darf mit voller Kraft gekämpft werden, und die Teilnehmer tragen Schutzausrüstung. Combat ist die härteste Stufe; hier wird im Vollkontakt gekämpft, jedoch ohne Schutzausrüstung. Nur ein mundschutz und ein Tiefschutz sind Pflicht.

Ränge im Savate

In vielen Kampfsportarten wird der Grad des Sportlers durch einen farbigen Gürtel angezeigt. Im Savate verwendet man farbige handschuhe, um anzuzeigen, welchen Grad ein Sportler erreicht hat.

Anfänger beginnen mit ungefärbten Handschuhen. Anschließend können sie durch das Bestehen von Prüfungen blaue, grüne, rote, weiße und gelbe Handschuhe erlangen. An Wettkämpfen dürfen nur Sportler mit gelben oder höheren Handschuhen teilnehmen.

Silberne Handschuhe sind der höchste Grad im Savate. Goldene Handschuhe sind ein Ehrengrad und werden an Personen verliehen, die viel für den Sport geleistet haben.

Techniken im Savate

Im Wettkampf-Savate sind nur vier Trittarten und vier Schlagarten erlaubt.

Tritte

  1. fouetté – Roundhouse-Kick
  2. chassé – Vorwärtstritt
  3. revers – Hakentritt
  4. coup de pied bas – Lowkick

Schläge

  1. direct bras avant – Jab
  2. direct bras arrière – Cross
  3. crochet – Haken
  4. uppercut – Aufwärtshaken

Savate entstand nicht als Sport, sondern als Form der Selbstverteidigung und wurde auf den Straßen von Paris und Marseille ausgeübt. Diese Form des Savate wurde unter dem Namen Savate de Rue bekannt.

Zusätzlich zu Tritten und Schlägen umfasst Savate de Rue auch Kniestöße, Ellbogenschläge, Würfe, Feger und Kopfstöße. Das Konzept besteht darin, dass der gesamte Körper eine Waffe ist.

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