Ich bin Tadej, 17 Jahre alt und mache für meine E-Commerce-Ausbildung ein dreimonatiges Vollzeitpraktikum bei Fight2Win. Natürlich trainiere ich selbst auch Kampfsport. Zuerst habe ich eine Zeit lang geboxt, dann bin ich zum Thai-Boxen gewechselt und habe nebenbei auch mit brasilianischem Jiu-Jitsu angefangen.
Mein Thai-Boxtraining im Eagle Gym
Thai-Boxen trainiere ich zweimal pro Woche im Sportcentrum Eagle Gym.
Ein typisches Training im Eagle Gym läuft folgendermaßen ab: Wenn du ankommst, kannst du dich in den Umkleiden umziehen, deinen tiefschutz anlegen und schon deine boxbandagen wickeln.
Aufwärmen vor dem Thai-Boxtraining
Aufwärmen: Bevor du richtig mit dem Training beginnst, musst du dich natürlich aufwärmen. Zuerst kommst du in Bewegung, springst dich locker und wechselst Schatten-Thai-Boxen mit Liegestützen, Kniebeugen und Bauchübungen wie Planks, Sit-ups und Mountain Climbers ab. Wichtig ist, alle Gelenke wie Nacken, Schultern und Hüften durch kreisende Bewegungen zu lockern. Zum Schluss dehnst du die Schultern und Beine.
Manchmal nehmen wir dann ein schlagpolster und machen 25 Low Kicks, 25 Power Kicks und 25 Teeps pro Bein. Danach bist du richtig warm.
Schläge und Tritte kombinieren
Wenn wir warm sind, ziehen wir die schienbeinschützer und handschuhe an und beginnen mit den Kombinationen. Wir starten die erste Runde standardmäßig mit Jab, rechter Geraden, linkem Haken und Low Kick, um uns mit Schlägen und Tritten einzustimmen. Danach geht es richtig mit den Kombinationen los.
Meistens üben wir etwa eine halbe Stunde lang verschiedene Kombinationen wie Jab, Cross, Haken, beim Haken einen Schritt zur Seite machen, Low Kick und noch einmal einen Schritt zur Seite machen und einen Low Kick setzen. Meine Lieblingskombination ist Jab, Cross, Switch, Power Kick, Jab, Cross, Switch, Haken, Power Kick. Die Kombinationen üben wir in Runden von 2 oder 3 Minuten.
sparren, mundschutz und Cool-down
Dann ruft der Trainer: „mundschützer rein!“ Ich habe selbst den Double Braces-mundschutz von Shock Doctor, weil ich oben und unten eine Zahnspange trage. Wenn alle ihren mundschutz eingesetzt haben, gehen wir sparren: Runden von 2 Minuten mit einer halben Minute Pause. Oft dauert das sparren 20-30 Minuten, danach machen wir ein kurzes Cool-down. Das Cool-down besteht daraus, die Gelenke zu kreisen und sich kurz zu dehnen.
Zusätzliches Training: Reflexball und springseil
Neben meinem Training im Eagle Gym mache ich noch ein paar kleine Übungen, die zum Thai-Boxtraining passen. Ich versuche, fünfmal pro Woche zehn Minuten mit einem Reflexball zu üben. Das ist gut für meine Hand-Augen-Koordination.
Währenddessen trainiere ich, mich zu bewegen und Schlägen auszuweichen, indem ich zwischen den Kampfstellungen wechsle und Slips und Rolls anwende.
Für eine leichtfüßige Bewegung und mehr Explosivität in den Waden springe ich mindestens zweimal pro Woche Seil, meist drei Runden von jeweils zwei bis drei Minuten.
Brasilianisches Jiu Jitsu bei BJJ Rotterdam
Ich trainiere dreimal pro Woche BJJ bei BJJ Rotterdam.
Danny, der Cheftrainer, hat Jiu Jitsu bei Großmeister Rickson Gracie gelernt und versucht, Ricksons Sichtweise an möglichst viele Menschen weiterzugeben. Damit sie die Kraft des Jiu Jitsu kennenlernen und erleben können. Diese Kraft liegt vor allem im lösungsorientierten Denken, das mich am Jiu Jitsu besonders fasziniert.
Bevor wir mit dem Training beginnen, legen wir die Matten bereit und ziehen dann unseren Gi an, oder donnerstags beim No-Gi-Training einen Rashguard.
Ein Gi ist die traditionelle Kleidung beim BJJ und besteht aus einer schweren Baumwolljacke, einer verstärkten Hose mit Kordelzug und einem Gürtel, der deinen Grad - Weiß, Blau, Lila, Braun oder Schwarz - anzeigt. Traditionell ist ein Gi weiß, aber heutzutage sieht man beim BJJ viele verschiedene Farben.
Aufwärmen und Techniktraining beim BJJ
Danach wärmen wir uns auf: mit Springen, Anfersen, Kniehebelauf, Gelenkkreisen und Ausfallschritten, um Knie und Hüften aufzuwärmen. Wenn es zum Training des Tages passt, wärmen wir auch das Laufen auf den Schultern sowie Ebis oder andere wichtige Bewegungen auf.
Die Positionen, die wir beim BJJ üben
Nach dem Aufwärmen folgt eine Stunde Techniktraining, in der wir in regelmäßigen Abständen zwischen den Positionen wechseln:
Mount: Dabei sitzt du auf deinem Gegner, der auf dem Rücken liegt, und kontrollierst seinen Oberkörper.
Back Mount: Du befindest dich hinter deinem Gegner, hältst deine Beine um seine Hüfte und kontrollierst seinen Oberkörper.
Side Control: In dieser Position liegst du quer über dem Brustkorb deines Gegners und übst mit deinem Gewicht Druck auf ihn aus, um ihn zu kontrollieren.
Guard: Du liegst auf dem Rücken und hältst deine Beine um deinen Gegner, um dich zu verteidigen oder anzugreifen.
Innerhalb dieser Positionen gibt es wiederum Varianten wie Half Guard, Open Guard und die North-South-Position bei der Side Control, und noch viele weitere.
Gemeinsam lernen und mit einem Partner rollen
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Zuschauen und verstehen
Alle Positionen werden nacheinander ausführlich behandelt: Zuerst erklärt der Trainer, was wir tun werden, und anschließend zeigt er, wie es geht.
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Üben mit einem Trainingspartner
Mit einem Trainingspartner übst du diese Positionen anschließend selbst, während der Trainer herumgeht und hilft. In regelmäßigen Abständen erklärt er der ganzen Gruppe weitere Details, die du dann wieder anwenden kannst.
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Beim Rollen anwenden
Nach der Stunde Techniktraining können wir einander beim sparren testen: in Runden von 6 Minuten, mit 30 Sekunden Pause zwischen den Runden, um den Partner zu wechseln.
Beim sparren könnt ihr mit eurem Sparringspartner selbst entscheiden, in welcher Position ihr beginnt, oft in einer Position, mit der einer von euch beiden noch Schwierigkeiten hat oder an der er gerne arbeiten möchte.
Nach dem sparren machen wir ein kurzes Cool-down, mit Bewegungen wie dem stehenden Bergsteiger, erneutem Kreisen der Gelenke und bewusster Atmung.
Krafttraining neben meinen Kampfsportarten
Bevor ich mit Thai-Boxen und BJJ angefangen habe, ging ich 5 Mal pro Woche ins Fitnessstudio. Dort machte ich vor allem Übungen zum Muskelaufbau. Beispiele sind Bankdrücken, Beinbeugen, Langhantelrudern, Beinpresse und verschiedene Übungen für meine Arme und Schultern.
In den 2 Jahren, in denen mein Fokus ganz auf dem Fitnessstudio lag, habe ich ungefähr 17 kg zugenommen. Das war auch nötig. Der Nachteil ist allerdings, dass die Muskeln dadurch verkürzt und steif werden, wenn man nur im Fitnessstudio trainiert und daneben keine Mobilitätsübungen macht und/oder sich dehnt.
Jetzt gestalte ich mein Training im Fitnessstudio anders: Ich trainiere noch 2 Mal pro Woche mit gewichten. Mein Fokus liegt dabei weiterhin auf Kraft, aber ich habe BJJ und Thai-Boxen im Hinterkopf.
Jetzt mache ich mehr Übungen wie Push-ups, Pull-ups, Medicine-Ball-Slams und Cable Rows. Obwohl das in der Kampfsportwelt nicht beliebt ist, mache ich nur 2 Sätze pro Übung, sofern die Übung nicht speziell auf die Muskelausdauer abzielt.
Für mich reichen 2 Sätze aus, um Fortschritte zu machen, ohne meinen ganzen Körper zu überlasten; ich achte natürlich darauf, dass ich am Ende jedes Satzes bis zum Muskelversagen gehe oder wirklich nicht mehr kann.
Zum Schluss: Standkampf, Bodenkampf und immer weiterlernen
In diesem Erfahrungsbericht kommen drei Seiten von Tadejs Sportwoche zusammen: Schläge und Tritte beim Thai-Boxen, das Lösen von Positionen beim BJJ und das darauf abgestimmte Krafttraining. Er beschreibt nicht nur, was er macht, sondern auch, was ihn an den verschiedenen Trainingseinheiten reizt. Gerade diese persönliche Perspektive macht die Geschichte nachvollziehbar.
Die beschriebenen Kurse, Trainingshäufigkeiten und das Praktikum bei Fight2Win beziehen sich auf Oktober 2025. Die Fotos, Beispiele und seine Lieblingskombination zeigen, wie Tadej diese Zeit erlebt hat. Seine Neugier auf die verschiedenen Seiten des Kampfsports zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, von einer Schlagkombination bis zum Ausprobieren einer Position auf der Matte.
























