Julia Cross
Julia Cross
Schottisch
Stats
- Nationaliteit
- Schottisch
- Geboortedatum
- 01 Jan 1975
- Land
- Vereinigtes Königreich
Julia Cross MBE (geboren 1975) ist eine schottische ITF-Taekwon-Do-Legende und eine der höchstdekorierten Athletinnen in der Geschichte dieses Sports. Sechs Weltmeistertitel. Fünfzehn Europameistertitel. Zweimal wurde sie bei den Weltmeisterschaften zur insgesamt besten weiblichen Athletin ernannt. Bei den Europameisterschaften gelang ihr dies dreimal. Ohne jeden Zweifel ist sie die größte Allround-Wettkämpferin, die die ITF je hervorgebracht hat.
Ihr Weg zu diesem Status begann als Kampf um Selbstvertrauen. Sie war übergewichtig und wurde in der Schule gemobbt, als ihr Vater sie im Januar 1986 im Alter von elf Jahren mit Taekwon-Do bekannt machte. Sie trainierte unter Großmeisterin Sheena Sutherland. Der Sport packte sie sofort. 1989 erwarb sie im Alter von fünfzehn Jahren den 1. Dan – und war damit zu diesem Zeitpunkt die jüngste Schwarzgurtträgerin Großbritanniens. Mit siebzehn reiste sie zu den Weltmeisterschaften nach Pjöngjang in Nordkorea und kehrte mit Bronze zurück.
Was ihren Rekord so außergewöhnlich macht, ist seine Vielseitigkeit. Die meisten Spitzenathleten der ITF spezialisieren sich entweder auf sparring oder auf Formen. Julia Cross gewann Weltmeistertitel in beiden Disziplinen – und außerdem im Bruchtest. 1999 gewann sie in Argentinien Gold im sparring unter 58 kg und wurde damit zur ersten Britin, die jemals zur ITF-Weltmeisterin gekrönt wurde. Ihre sechs Weltmeistertitel erstrecken sich über alle drei Disziplinen – eine Kombination, die keine andere Athletin erreicht hat.
Eine schwere Hüftoperation im Jahr 2010 beendete ihre Wettkampfkarriere. Ihre Wirkung schmälerte das keineswegs. 1998 hatte sie die South Queensferry School of Taekwon-Do gegründet und ist dort weiterhin Cheftrainerin. Sie entwickelt schottische und britische Talente für den internationalen Wettkampfzirkus. Bei den Geburtstags-Ehrungen der Queen 2020 wurde sie von Queen Elizabeth II. für ihre Verdienste um das Taekwon-Do zum Member of the Order of the British Empire (MBE) ernannt.
Nachdem sie in ihrem Leben mit Depressionen zu kämpfen hatte, nutzt sie ihre Plattform als Sportlegende heute als Botschafterin für See Me Scotland und setzt sich gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen ein – mit derselben Direktheit, die sie auf der Tatami unschlagbar machte.