1910–1940: Imi Lichtenfeld in Bratislava
Imrich „Imi“ Lichtenfeld wurde 1910 in Budapest geboren und wuchs in Bratislava auf, dem heutigen Bratislava in der Slowakei. Er betrieb unter anderem Gymnastik, boxen und Ringen. In den 1930er-Jahren war die jüdische Gemeinschaft in Bratislava antisemitischer Einschüchterung und Gewalt ausgesetzt. Lichtenfeld und andere Sportler verteidigten ihr Viertel, woraufhin er die Grenzen des Wettkampfsports in chaotischen Straßenkonflikten eingehender untersuchte.
Die spätere Organisationsgeschichte beschreibt diese Erfahrungen als wichtige Grundlage für seinen praxisorientierten Ansatz. Die genauen Einzelheiten einzelner Vorfälle und das Ausmaß, in dem jede spätere Technik unmittelbar aus dieser Zeit hervorging, sind nicht für jeden Aspekt unabhängig dokumentiert.
1940–1948: Flucht, Haganah und Palästina
Lichtenfeld verließ Europa während des Zweiten Weltkriegs und gelangte schließlich in das damalige Mandatsgebiet Palästina. Dort war er an der Haganah beteiligt, der jüdischen paramilitärischen Organisation, die den Israel Defense Forces vorausging. In dieser Zeit gab er unter anderem Training in körperlicher Fitness, Schwimmen, Ringen, Messerkampf und der Abwehr von Messerangriffen.
Ab 1948: Entwicklung innerhalb der IDF
Nach der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948 und der Bildung der IDF wurde Lichtenfeld Ausbilder für körperliches Training und Kampffertigkeiten. Er arbeitete an einem System mit, das Wehrpflichtigen in relativ kurzer Zeit grundlegende, praktisch einsetzbare Fähigkeiten vermitteln sollte. Der Name Krav Maga wurde mit diesem israelischen militärischen Ausbildungskontext verbunden.
Während seiner rund zwanzig Jahre bei der IDF wurde das System weiter angepasst und verfeinert. Die militärische Anwendung bildete eine wichtige Grundlage, doch zivile Programme von heute entsprechen nicht automatisch der Ausbildung von Militärangehörigen oder spezialisierten Sicherheitsdiensten.
1960–1980: Avikzar und der Übergang in den zivilen Bereich
Eli Avikzar war ein bedeutender Schüler von Lichtenfeld. Er kombinierte Krav Maga mit weiterführenden Studien, unter anderem in Aikidō, und arbeitete ab den 1970er-Jahren als Ausbilder. Laut der bereitgestellten Organisationsgeschichte übernahm er 1974 die Leitung des Trainingszentrums in Netanja und wurde 1976 Leiter der Krav-Maga-Abteilung innerhalb der ständigen IDF.
Lichtenfeld begann außerdem, Krav Maga Zivilisten beizubringen. Ein früher Zivilkurs wird mit dem Wingate Institute in Netanja im Jahr 1971 in Verbindung gebracht. Nach seiner Pensionierung entwickelten sich verschiedene zivile und internationale Übertragungslinien. Die genauen Daten, Grade und Schülerzahlen unterscheiden sich je nach Quelle und werden daher nicht als universelle Fakten dargestellt.
Ab 1978: Organisationen und internationale Verbreitung
1978 wurde die Israeli Krav Maga Association, kurz IKMA, von Lichtenfeld und einigen Anhängern gegründet. In den folgenden Jahrzehnten entstanden verschiedene Organisationen und Abspaltungen, darunter IKMF, IKM und Krav Maga Global. Auch Eli Avikzar gründete später eine eigene Linie, KAMI. Diese Organisationen haben gemeinsame historische Wurzeln, verfügen jedoch nicht alle über dieselben Lehrpläne, Rangsysteme oder Ausbilderstrukturen.
Ab den 1980er- und 1990er-Jahren verbreitete sich Krav Maga weiter außerhalb Israels. In den Vereinigten Staaten entstanden unter anderem Krav Maga Worldwide und Krav Maga Alliance. In Europa und anderen Regionen entwickelten sich außerdem unabhängige Verbände, Schulen und organisationsgebundene Programme.
Ab den 1990er-Jahren: Krav Maga in den Niederlanden
Ab dem Ende der 1990er- und dem Beginn der 2000er-Jahre nahm Krav Maga im niederländischen zivilen Angebot einen sichtbaren Platz ein. Internationale Ausbilder und Organisationen bildeten niederländische Praktizierende und Ausbilder aus, woraufhin mehrere unabhängige Schulen und Verbände entstanden. Das genaue Einführungsdatum und der Umfang des Netzwerks unterscheiden sich je nach Organisation und Quelle.