Pankration
Stats
- Gegründet
- -648
- Organisation
- Internationaler Verband für Pankration Athlima
Pankration gilt als die älteste dokumentierte Kampfsportart der Welt – eine antike griechische Disziplin, die Schlag- und Ringtechniken vereint und 648 v. Chr. in die Olympischen Spiele aufgenommen wurde. Der Name bedeutet im Altgriechischen „allumfassende Kraft“ oder „volle Stärke“, und die Kunst erlaubte nahezu jede Technik: Schläge, Tritte, Würgegriffe, Gelenkhebel und Würfe. Nur Augenstechen und Beißen waren verboten. Pankration brachte einige der größten athletischen Helden der Antike hervor und gilt weithin als Gegenstück der modernen Welt zum MMA. Heute erlebt die Sportart weltweit eine Renaissance als Wettkampfsport unter der Leitung der International Federation of Pankration Athlima im Dachverband United World Wrestling.
Geschichte
Die antike olympische Kampfsportart
Pankration wurde 648 v. Chr. bei den antiken Olympischen Spielen in Olympia eingeführt und ergänzte Ringen (Pale) und Boxen (Pygmachia) als dritte große Kampfsportart der antiken Welt. Es entwickelte sich schnell zur angesehensten und beliebtesten der drei Disziplinen – die griechische Kultur betrachtete Pankration als höchste Prüfung für einen vollständigen Athleten, da es die Kraft des Ringens mit den Schlagtechniken des Boxens zu einem uneingeschränkten Kampfsystem verband.
Pankration-Athleten wurden im antiken Griechenland als Helden gefeiert. Theagenes von Thasos soll im Laufe seiner Karriere mehr als 1.400 Wettkämpfe in Kampfsportarten gewonnen haben. Polydamas von Skotoussa soll einen Löwen mit bloßen Händen getötet haben. Die mythologischen Helden Herakles und Theseus wurden mit Pankration in Verbindung gebracht – Herakles wegen seiner Ring- und Körperkraft, Theseus, weil er Ringen und Boxen kombinierte, um den Minotaurus zu besiegen.
Antike Regeln und Format
Das antike Pankration hatte zwei Formate: Kato Pankration (Pankration am Boden, bei dem der Kampf bis zur Aufgabe oder Bewusstlosigkeit am Boden fortgesetzt wurde) und Ano Pankration (Pankration im Stand, bei dem nur Techniken im Stehen erlaubt waren). Das olympische Pankration war Kato – das vollständigste und gefährlichste Format.
Zu den Techniken gehörten: Boxschläge mit offenen oder geschlossenen Händen, Tritte gegen jedes Ziel, Würfe, Würgegriffe (insbesondere der Leiterwürgegriff von hinten), Armhebel und Beinhebel. Die Aufgabe wurde durch das Heben eines Fingers signalisiert. Die Kämpfe wurden fortgesetzt, bis ein Kämpfer aufgab, das Bewusstsein verlor oder von den Kampfrichtern (Hellanodiken) für kampfunfähig erklärt wurde. Todesfälle kamen gelegentlich vor, doch einen Gegner absichtlich zu töten galt als unehrenhaft, und dem Verstorbenen wurde der Sieg zugesprochen.
Die Verbindung zum modernen MMA
Als UFC 1 1993 mit dem Konzept startete, Kämpfer aus verschiedenen Disziplinen mit möglichst wenigen Regeln gegeneinander antreten zu lassen, stellten viele Beobachter eine auffällige Ähnlichkeit mit dem antiken Pankration fest. Die Parallele ist beabsichtigt – UFC-Mitbegründer Rorion Gracie kannte die Geschichte des Pankration, und das Konzept eines Submission-Wettkampfs ohne Verbote geht direkt auf die altgriechische Tradition zurück. Modernes MMA ist in vielerlei Hinsicht die Wiederbelebung des Pankration für das 21. Jahrhundert.
Die Wiederbelebung des modernen Pankration
Das moderne Wettkampf-Pankration wurde in den 1980er-Jahren in Griechenland wiederbelebt und hat sich unter der IFPA international verbreitet. Die modernen Regeln unterscheiden sich je nach Verband und Wettkampfstufe, erlauben aber typischerweise Schläge, Ringen und Submission-Grappling mit Schutzausrüstung. Es unterscheidet sich vom MMA durch seine amateurhafte Sportstruktur, Gewichtsklassen und das punktebasierte Wettkampfformat in vielen Divisionen, obwohl auch Vollkontaktformate existieren.
Training
Training im Pankration
Das moderne Pankration-Training orientiert sich in seiner Struktur am MMA: Schläge (Boxen, Tritte), Ringen (Takedowns, Clinch) und Submission Grappling (Bodenkontrolle, Würgegriffe, Gelenkhebel) werden als integrierte Systeme gemeinsam trainiert. Zum Training des antiken Pankration gehörten Laufen, Ringen im Sand, Arbeit am Korykos (Leder-Boxsack) und Übungen in der Palästra (Ringplatz).
Für alle, die sich für die historische Dimension des Pankration interessieren, gibt es in Europa und Nordamerika Gruppen zur Rekonstruktion griechischer Kampfkünste (Hoplomachía), die antike Quellen erforschen, um die Techniken der Antike so originalgetreu wie möglich nachzubilden.
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Ausrüstung & Ausrüstung
Pankration-Ausrüstungsleitfaden
Beim modernen Wettkampf-Pankration wird standardmäßige Schutzausrüstung für Kampfsport verwendet: Boxhandschuhe oder MMA-Handschuhe (je nach Format 4–7 oz), Kopfschutz, Schienbeinschoner, Mundschutz und Tiefschutz. In Amateurklassen ist in der Regel vollständige Schutzausrüstung vorgeschrieben; bei offenen Seniorenklassen kann der Schutz auf ein Minimum beschränkt sein.
Die Athleten des antiken Pankration traten nackt und eingeölt an – abgesehen vom eigenen Körper völlig ohne Ausrüstung. Die einzige Vorbereitung bestand darin, die Haut mit Olivenöl einzureiben und anschließend für besseren Halt mit feinem Sand zu bestreuen. Moderne Gruppen zur historischen Rekonstruktion trainieren mit minimaler Ausrüstung, um die antike Erfahrung möglichst nachzuempfinden.