Frühe Quellen und unsicherer Ursprung
Auf den Philippinen gab es vor und während der spanischen Kolonialzeit vielfältige lokale Waffentraditionen. Frühe spanische Berichte aus dem 16. und 17. Jahrhundert beschreiben Kämpfer mit Lanzen, Messern, Schwertern, Schilden und anderen Waffen. Diese Quellen zeigen, dass bewaffnete Kampfkünste existierten, beweisen jedoch nicht, dass diese Praktiken mit einem modernen Eskrima-System identisch waren.
Ein häufig genannter früher Bezugspunkt ist 1610, als spanische Quellen verschiedene lokale Begriffe und Waffengebräuche beschrieben. Dies ist kein gesichertes Gründungsjahr. Die Geschichte wurde teilweise mündlich überliefert, und viele spätere Ursprungserzählungen lassen sich nur schwer unabhängig überprüfen.
Koloniale Kontakte
Spanische Kolonialsoldaten und lokale Krieger kamen mit verschiedenen Waffentraditionen in Kontakt. Spanische Begriffe wie esgrima, estoque, estocada und garrote weisen auf sprachliche und möglicherweise technische Einflüsse hin, doch ein Wort allein ist kein Beweis für die direkte Abstammung eines Stils.
Lokale Traditionen entwickelten sich in Familien, Gemeinschaften, militärischen Kontexten, Tanzformen und Volksaufführungen weiter. Die Verwendung von Rattan als Trainingsmaterial und das Fortbestehen regionaler Linien werden häufig mit Zeiten in Verbindung gebracht, in denen das Tragen großer Klingen Einschränkungen unterlag; das genaue Ausmaß solcher Einschränkungen unterschied sich je nach Ort und Zeitraum.
20. Jahrhundert und Diaspora
Im 20. Jahrhundert wurden verschiedene Systeme systematischer unterrichtet und international verbreitet. Zu den in modernen Quellen genannten Namen gehören unter anderem Doce Pares, Balintawak, Kalis Ilustrisimo, Modern Arnis, Pekiti Tirsia Kali und Lameco Eskrima. Dies sind verschiedene Systeme und Linien, keine Synonyme für einen einheitlichen Stil.
Philippinische Migranten brachten Arnis und Eskrima ab den 1920er-Jahren unter anderem nach Hawaii und Kalifornien. Ab den späten 1960er-Jahren wurde die Kunst dort zunehmend auch außerhalb philippinischer Gemeinschaften unterrichtet. Später folgten internationale Seminare, Hybridsysteme und Sportorganisationen.
Sport und heutige Verbreitung
Neben traditionellen und auf Selbstverteidigung ausgerichteten Schulen gibt es regulierte Wettkampfformen mit Schutzausrüstung, Rattanstöcken und Regeln für Vollkontaktwettkämpfe. Die WEKAF wurde 1989 gegründet; daneben bestehen weitere nationale, regionale und stilbezogene Organisationen.