Hapkido

Hapkido

Stats

Herkunft
Südkorea
Gegründet
1945
Organisation
Internationaler Hapkido-Verband

Hapkido ist eine koreanische Kampfkunst, die fließende Gelenkhebel, Würfe und Umlenkungstechniken aus den japanischen Aiki-Künsten mit kraftvollen Tritten und Schlägen verbindet, die in koreanischen Kampfsporttraditionen verwurzelt sind. Hapkido wurde von Choi Yong-sool nach seiner Rückkehr aus Japan nach dem Zweiten Weltkrieg begründet. Der Name bedeutet „der Weg der vereinten Kraft“ und verweist auf das Grundprinzip, durch kreisförmige Bewegungen und Ki (innere Energie) die Kraft eines Gegners zu kontrollieren und umzulenken. Hapkido zählt zu den umfassendsten Selbstverteidigungssystemen Koreas und wird neben dem zivilen Training weltweit auch beim koreanischen Militär und von Sicherheitsbehörden gelehrt.

Geschichte

Ursprünge – Daito-ryu trifft auf koreanische Kampfkünste

Choi Yong-sool verbrachte ungefähr 30 Jahre in Japan – von seiner Kindheit bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs – und trainierte unter Sokaku Takeda Daito-ryu Aiki-jujutsu. Daito-ryu ist dieselbe Ursprungskunst, auf die Morihei Ueshiba zurückgriff, um Aikido zu entwickeln. Dadurch sind Hapkido und Aikido Kampfkünste mit einem gemeinsamen Vorfahren. Als Choi 1945 nach Korea zurückkehrte, begann er in Daegu, seine Kunst zu unterrichten, die er zunächst Yawara oder Daedon nannte.

Koreanische Schüler – allen voran Ji Han-jae, der Hapkido später maßgeblich weiterentwickeln und bekannt machen sollte – erweiterten das System, indem sie traditionelle koreanische Tritttechniken integrierten. So kamen die kraftvollen hohen Tritte hinzu, die Hapkido von seinen japanischen Verwandten unterscheiden. Ji Han-jae wird zugeschrieben, das Arsenal an Schlag- und Tritttechniken ergänzt zu haben, das Hapkido zu einem vollständigen Standkampfsystem und nicht nur zu einer reinen Grappling-Kunst macht.

Hapkido vs. Aikido – Die wichtigsten Unterschiede

Obwohl Hapkido und Aikido denselben Daito-ryu-Ursprung haben, entwickelten sie sich in sehr unterschiedliche Richtungen. Aikido legt den Schwerpunkt auf fließende Harmonie, kreisförmige Umlenkung und vermeidet im Allgemeinen direkte Schläge. Hapkido ist kampforientierter – neben seinem Arsenal an Gelenkhebeln und Würfen umfasst es kraftvolle Tritte, darunter hohe Tritte und Sprungtritte, sowie Schläge, Ellbogen- und Kniestöße. Hapkido legt außerdem größeren Wert sowohl auf lineare als auch auf kreisförmige Techniken und ist deutlicher auf Selbstverteidigung ausgerichtet.

Hapkido wird vom Special Warfare Command des südkoreanischen Militärs praktiziert und von Polizeikräften in Südkorea sowie international als praktisches Nahkampfsystem eingesetzt. Dieses operative Erbe prägt seinen aggressiveren und kampfeffektiveren Charakter.

Training

Training in Hapkido

Das Hapkido-Training umfasst drei Hauptbereiche: Tritttechniken (einschließlich kreisförmiger, gerader und gesprungener Tritte auf alle Höhen), Gelenkmanipulation (Handgelenk-, Arm-, Schulter- und Fingerhebel aus dem Stand und am Boden) sowie Wurf- und Takedown-Techniken (aus dem Daito-ryu übernommen und durch koreanische Ringkampftraditionen ergänzt).

Die drei Grundprinzipien des Hapkido – Hwa (Harmonie/Nicht-Widerstand), Won (kreisförmige Bewegung) und Yu (fließendes Wasser) – leiten die Anwendung aller Techniken. Praktizierende lernen, der Kraft nachzugeben, anstatt ihr direkt entgegenzutreten, sie durch kreisförmige Bewegungen umzuleiten und ohne Unterbrechung von einer Technik zur nächsten überzugehen.

Das Gürtelsystem reicht von Weiß über Gelb, Grün, Blau und Rot bis Schwarz (mit Dan-Graden). Für den Aufstieg muss auf jeder Graduierungsstufe technische Kompetenz im gesamten Lehrplan nachgewiesen werden.