Savate

Savate

Stats

Herkunft
Frankreich
Gegründet
1838
Organisation
Internationaler Savate-Verband

Savate (auch Boxe Française oder französisches Boxen genannt) ist eine einzigartige französische Kampfsportart mit Schlag- und Tritttechniken, bei der sowohl Fäuste als auch Füße als Waffen eingesetzt werden – jedoch nur der Fußspann, niemals das Schienbein. Elegant, technisch anspruchsvoll und tief in der französischen Kultur verwurzelt, entwickelte sich Savate auf den Straßen und an den Kais des Marseille und Paris im 19. Jahrhundert, bevor es zu einem kodifizierten Sport wurde. Es ist die einzige westliche Trittkampfkunst mit einer strukturierten Wettkampftradition, die über 180 Jahre zurückreicht, und ist bis heute Frankreichs nationale Kampfsportart.

Geschichte

Ursprünge in den Straßen von Marseille und Paris

Savate entstand im frühen 19. Jahrhundert in den Hafenstädten Südfrankreichs, insbesondere in Marseille. Seeleute und Hafenarbeiter entwickelten einen Trittstil, bei dem Tritte mit dem flachen Fuß gegenüber Schienbeintritten bevorzugt wurden. Die Kampfkunst gelangte nach Paris, wo Charles Lecour das französische Trittsystem mit dem englischen Boxen verband und so das heute bekannte vollständige System schuf. Michel Casseux eröffnete 1825 in Paris die erste offizielle Savate-Schule.

Wettkampfformate

Assaut: Leichter Kontakt, bewertet werden Technik und Präzision. Die Kämpfer tragen farbige Handschuhe, die den technischen Grad anzeigen.

Combat: Vollkontakt – K.-o.-Siege sind erlaubt. Dieselben Techniken wie beim Assaut, jedoch mit voller Kraft.

Das Handschuh-Graduierungssystem

Beim Savate werden anstelle von Gürteln farbige Handschuhe verwendet: Blau (Anfänger), Grün, Rot, Weiß, Gelb, Silber und Gold (Elite). Die Handschuhfarbe eines Kämpfers ist während des Wettkampfs sichtbar und zeigt sofort dessen technisches Niveau an.

Training

Training im Savate

Grundtechniken: Fouetté (Roundhouse-Kick mit flachem Fuß), Chassé (Push-Kick), Reversé (Hook-Kick), Coup de pied bas (Kick auf tiefer Linie), kombiniert mit klassischen Boxschlägen. Keine Schienbein- oder Kniestöße – alle Tritte treffen mit dem Fuß und sorgen für einen größeren Abstand und einen ausweichenderen Stil als Muay Thai oder Kickboxen.