Sumo
Stats
- Gegründet
- 712
- Organisation
- Japanischer Sumo-Verband
Sumo ist Japans Nationalsport und eine der ältesten Kampfkünste der Welt – eine rituelle Kampftradition, deren Wurzeln über 1.500 Jahre zurückreichen. Zwei Rikishi (Ringer) treten in einem kreisförmigen Ring (Dohyo) gegeneinander an. Ihr einziges Ziel: den Gegner aus dem Ring zu drängen oder ihn dazu zu bringen, mit irgendeinem Körperteil außer den Fußsohlen den Boden zu berühren. In der Theorie einfach, in der Praxis außerordentlich tiefgründig, ist Sumo zugleich Sport, Shinto-Ritual, kulturelle Institution und ein Fenster zur Seele Japans.
Geschichte
Die alten shintoistischen Wurzeln
Die Ursprünge des Sumō sind untrennbar mit dem Shintō verbunden – der indigenen spirituellen Tradition Japans. Die ältesten schriftlichen Hinweise finden sich im Kojiki (712 n. Chr.) und im Nihon Shoki (720 n. Chr.), die einen mythischen Ringkampf zwischen Göttern beschreiben. Das frühe Sumō wurde als Ritual aufgeführt, um für gute Ernten und göttliche Gunst zu beten – ein heiliger Akt und nicht bloß ein Sport. Das Dōhyō (der Ring) ist bis heute ein heiliger Ort und wird vor jedem Turnier durch eine shintoistische Zeremonie geweiht.
Das Sumō am kaiserlichen Hof (Sumai no Sechie) wurde in der Nara-Zeit (710–794 n. Chr.) als jährliches Ritual vor dem Kaiser institutionalisiert. Krieger aus ganz Japan traten gegeneinander an, und die Stärksten wurden in die kaiserliche Garde aufgenommen. Aus dieser aristokratischen Tradition entwickelte sich Sumō während der Edo-Zeit (1603–1868) allmählich zu einem öffentlichen Spektakel. In dieser Zeit entstanden professionelle Sumō-Ställe (Heya), und der jährliche Turnierplan mit sechs Turnieren nahm Gestalt an.
Das Profisystem
Professionelles Sumō funktioniert durch ein strenges hierarchisches Rangsystem. Die Ringer leben und trainieren in Ställen (Heya) unter einem Meister (Oyakata) und folgen festen Tagesabläufen sowie traditionellen Bräuchen. Die sechs Divisionen, von der niedrigsten bis zur höchsten, sind: Jonokuchi, Jonidan, Sandanme, Makushita, Jūryō und Makuuchi. Nur die höchste Division, Makuuchi, wird landesweit und international übertragen.
Innerhalb von Makuuchi steigen die Ränge über Maegashira, Komusubi, Sekiwake und Ōzeki bis hin zu Yokozuna – dem Großmeister. Der Rang des Yokozuna ist im Sport einzigartig: Sobald er erreicht wurde, kann er nicht mehr entzogen werden. Von einem Yokozuna wird jedoch erwartet, dass er zurücktritt, wenn seine Leistung nicht mehr der Würde dieses Rangs entspricht. In der gesamten Geschichte des Sports gab es nur 73 Yokozuna.
Die mongolische Dominanz und Hakuhō
Ab den frühen 2000er-Jahren veränderten mongolische Ringer das professionelle Sumō. Asashōryū, Hakuhō, Harumafuji, Kakuryū und andere brachten eine Athletik und einen erbitterten Wettkampfgeist mit, die den Sport neu prägten. Besonders Hakuhō ragt als größter Sumō-Ringer aller Zeiten heraus: 45 Turniersiege, Rekorde, die vielleicht nie gebrochen werden, und eine Dominanz, die fast 20 Jahre anhielt. Seine Karriere ist das prägende Kapitel der modernen Sumō-Geschichte.
Training
Leben und Training im Sumo
Professionelles Sumo-Training ist mit keiner anderen Kampfsportart vergleichbar. Die Ringer stehen um 4–5 Uhr morgens zum morgendlichen Training (Keiko) auf, das sofort und ohne Frühstück beginnt – das Training auf nüchternen Magen ist Tradition. Zum Keiko gehören Shiko (Stampfen mit den Beinen zum Aufbau der Hüftkraft), Teppo (Schlagen gegen einen Holzpfosten zur Entwicklung der Stoßkraft), Butsukari-geiko (Üben von Angriffen) und echte Kämpfe, die Moshi-ai genannt werden.
Nach dem Training essen die Ringer Chankonabe – einen proteinreichen Eintopf aus dem Topf, der das traditionelle Gericht im Sumo ist – und schlafen, um an Gewicht zuzunehmen. Die Kombination aus extremem Training und gezielter Gewichtszunahme führt zum charakteristischen Körperbau eines Sumoringers: massiv und kraftvoll, aber athletisch genug für explosive Bewegungen.
Die 82 anerkannten Siegtechniken (Kimarite) reichen von einfachen Ausstößen (Oshidashi) und Würfen (Uwatenage) bis hin zu seltenen Techniken wie dem Ipponzeoi (einarmiger Schulterwurf), der pro Generation nur eine Handvoll Mal zu sehen ist. Das Beherrschen des grundlegenden Arsenals aus Schieben, Ziehen und Werfen sowie das blitzschnelle Erkennen der Reaktionen eines Gegners ist eine Lebensaufgabe.
Aankomende events
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Historische events
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Ausrüstung & Ausrüstung
Sumo-Ausrüstung
Mawashi: Der dicke Lenden- oder Hüftgürtel aus Seide oder Baumwolle, den Sumo-Ringer tragen. Im Wettkampf werden Mawashi aus Seide in vorgeschriebenen Farben getragen. Trainings-Mawashi bestehen aus Baumwolle. Das Greifen nach dem Mawashi des Gegners ist ein zentrales taktisches Element des Sumo – Gürteltechniken (Yotsu-zumo) gehören zu den anspruchsvollsten des Sports.
Dohyo: Der Ring selbst – 4,55 Meter im Durchmesser, aus einem Lehmfundament errichtet, mit Sand bedeckt und durch eine gedrehte Reistrope (Tawara) begrenzt. Professionelle Dohyo werden für jedes Turnier neu errichtet und geweiht.
Kesho-mawashi: Die kunstvoll verzierte zeremonielle Schürze, die Makuuchi- und Juryo-Ringer während der Zeremonie zum Betreten des Rings vor dem Turnier (Dohyo-iri) tragen. Diese aufwendigen Seidengewänder werden oft von Sponsoren geschenkt und sind mehrere Hunderttausend Yen wert.