Judo

Judo

Stats

Herkunft
Japan
Gegründet
1882
Organisation
Internationaler Judo-Verband

Judo ist eine japanische Kampfkunst und olympische Sportart, die 1882 von Jigoro Kano gegründet wurde. Judo basiert auf dem Prinzip der „maximalen Effizienz bei minimalem Aufwand“ und nutzt die Kraft und den Schwung des Gegners, um ihn zu Fall zu bringen. Mit Würfen, Takedowns, Haltegriffen, Würgegriffen und Gelenkhebeln bringt Judo vielseitige Kämpfer hervor und hat nahezu jede nachfolgende Grappling-Disziplin geprägt – von Sambo über BJJ bis hin zum modernen MMA.

Geschichte

Jigoro Kano und die Entstehung des Judo

Jigoro Kano wurde 1860 in Mikage, Japan, geboren. Als kleiner, zierlicher junger Mann, der häufig schikaniert wurde, begann er mit dem traditionellen Jiu-Jitsu, um sich zu verteidigen. Er lernte bei zwei der angesehensten Schulen – Tenjin Shinyo-ryu und Kito-ryu –, bevor er ihre besten Elemente zu einem völlig neuen System verband, das er Judo („der sanfte Weg“) nannte.

1882 gründete Kano in Tokio das Kodokan – die Schule, die zum Hauptsitz des Judo auf der ganzen Welt werden sollte. Er entfernte die gefährlichsten Techniken des traditionellen Jiu-Jitsu und entwickelte eine sichere Trainingsmethode auf Grundlage des Randori (freies Üben), bei der Schüler mit voller Kraft gegen sich wehrende Gegner antreten konnten, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Diese Innovation – das wettkampforientierte Training mit vollem Einsatz – war revolutionär und wurde zum Vorbild für alle modernen Kampfkünste.

Die Herausforderungen des Kodokan

Kano bewies die Wirksamkeit seines Systems in Herausforderungskämpfen gegen traditionelle Jiu-Jitsu-Schulen. Der berühmteste war ein 1886 von der Polizei der Metropolregion Tokio veranstaltetes Turnier, bei dem die Kodokan-Judoka die rivalisierende Schule Totsuka-ha Yoshin-ryu mit 13 Siegen zu 2 besiegten. Der Ruf des Judo war über Nacht etabliert. Die Polizei von Tokio übernahm Judo anschließend als offizielles Trainingssystem.

Judo wird global und olympisch

Kano verbrachte Jahrzehnte damit, Judo international zu verbreiten, und reiste nach Europa und Amerika, um es vorzuführen und zu unterrichten. Bei seinem Tod 1938 hatte sich Judo auf der ganzen Welt etabliert. Bei den Spielen in Tokio 1964 wurde es olympische Sportart – passenderweise auf heimischem Boden. Heute führt die Internationale Judo-Föderation (IJF) mit über 200 Mitgliedsnationen eine der weltweit am weitesten verbreiteten Sportarten.

Die niederländische Judo-Tradition

Die Niederlande haben einige der größten Champions des Judo hervorgebracht. Anton Geesinks Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio – errungen gegen den japanischen Favoriten in dessen Heimatland – gilt als eine der überraschendsten Sensationen der olympischen Geschichte und als prägender Moment des niederländischen Sports. Wim Ruska gewann bei den Olympischen Spielen 1972 in München zwei Goldmedaillen, und Mark Huizinga holte bei den Spielen 2000 in Sydney Gold. Das niederländische Judo hat auf der Weltbühne stets weit über seine Gewichtsklasse hinaus Eindruck gemacht.

Training

Training im Judo

Judo-Training findet in einem Gi (Judogi) auf einer Mattenfläche (Tatami) statt. Der Unterricht umfasst Ukemi (Fallschule – unerlässlich für sicheres Wurftraining), Nage-waza (Würfe im Stand), Ne-waza (Bodentechniken einschließlich Haltegriffen, Würgegriffen und Armhebeln) und Randori (freies sparring).

Das IJF-Regelwerk für Wettkämpfe schränkt im Vergleich zum traditionellen Judo das Greifen nach den Beinen und einige Bodentechniken ein, doch das grundlegende Wurfrepertoire – einschließlich ikonischer Techniken wie Seoi-nage (Schulterwurf), Uchi-mata (Innerer Schenkelwurf), Osoto-gari (große Außensichel) und Harai-goshi (Hüftfeger) – bleibt das Herzstück des Sports.

Das Gürtelsystem reicht von Weiß über Gelb, Orange, Grün, Blau und Braun bis Schwarz. Fortschritte werden durch technische Prüfungen und Wettkampfergebnisse erzielt. Ein schwarzer Judo-Gürtel (Shodan) steht für echte Beherrschung und erfordert typischerweise 3–5 Jahre engagiertes Training.

In den Niederlanden

Judo in den Niederlanden

Die Niederlande gehören zu den stärksten Judo-Nationen der Welt und blicken auf eine reiche Tradition erfolgreicher Teilnahmen an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften zurück. Anton Geesink (1964), Wim Ruska (1972, zwei Goldmedaillen) und Mark Huizinga (2000) sind die bekanntesten Namen, doch das niederländische Judo hat über Jahrzehnte hinweg in mehreren Gewichtsklassen kontinuierlich Spitzenathleten hervorgebracht.

Der Judo Bond Nederland (JBN) leitet den Sport im Inland und betreut Hunderte Vereine sowie Zehntausende aktive Sportler. Der internationale Erfolg des niederländischen Judo basiert auf einer starken Vereinsinfrastruktur, früher Spezialisierung und einer Kultur des wettkampforientierten Randori von Kindesbeinen an.