Han Mu Do

Han Mu Do

  • Eine moderne koreanische Synthese-Kampfkunst, die die Schlagtechniken des Taekwondo, die Gelenkhebeltechniken des Hapkido und die Würfe des Judo zu einem umfassenden System vereint.

Stats

Herkunft
Südkorea
Gegründet
1990

Han Mu Do (auch Hanmudo geschrieben) ist eine moderne koreanische Kampfkunst, die 1990 von Dr. He Young Kimm entwickelt wurde. Sie ist als umfassendes System konzipiert, das das gesamte Spektrum der koreanischen Kampfkunsttraditionen in einem einzigen kohärenten Lehrplan vereint. Der Name bedeutet „der Mittelweg der koreanischen Kampfkünste“ und spiegelt die Philosophie des Gleichgewichts zwischen harten und weichen Techniken, zwischen Schlägen und Grappling sowie zwischen sportlichem Wettkampf und praktischer Selbstverteidigung wider. Während Taekwondo den Schwerpunkt auf Tritte und Hapkido auf Gelenkmanipulation legt, integriert Han Mu Do beides und ergänzt es um Würfe, Bodentechniken und Waffen zu einem vollständigen koreanischen Kampfsystem.

Geschichte

Dr. He Young Kimm und die Synthese koreanischer Kampfkünste

Dr. He Young Kimm ist einer der umfassendsten ausgebildeten koreanischen Kampfkünstler seiner Generation – mit hohen Dan-Graden in Taekwondo, Hapkido, Ssireum (koreanisches Ringen), Taekkyon und anderen koreanischen Künsten sowie Kenntnissen in den japanischen Kampfkünsten Judo und Aikido. Diese seltene interdisziplinäre Meisterschaft bildete die Grundlage dafür, Han Mu Do als echte Synthese und nicht als oberflächliche Kombination zu schaffen.

Han Mu Do wurde 1990 offiziell gegründet und hat seinen Hauptsitz an der Louisiana State University in den Vereinigten Staaten, wo Dr. Kimm ansässig ist. Diese amerikanische Basis verlieh der Kampfkunst von Anfang an eine internationale Reichweite; die World Han Mu Do Association beaufsichtigt ihre weltweite Entwicklung. Trotz seiner modernen Entstehung greift Han Mu Do auf tatsächlich alte koreanische Kampftraditionen zurück – insbesondere auf Taekkyon (die alte koreanische Fußkampftechnik, die im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde) und das traditionelle koreanische Ringen.

Aufbau des Lehrplans

Han Mu Do gliedert seinen Lehrplan in drei Hauptbereiche: Schlagtechniken (Tritte, Schläge, Ellbogen- und Knietechniken – aus den Traditionen von Taekwondo und Taekkyon, mit Schwerpunkt auf fließenden, kreisförmigen Bewegungen), Gelenkmanipulationen und Würfe (aus dem Hapkido stammende Handgelenk- und Armhebel sowie Schulterwürfe neben hüftbetonten Würfen und Takedowns unter dem Einfluss des Ssireum) sowie Bodentechniken (Fixierungen, Würgegriffe und Aufgabegriffe, beeinflusst von Judo und traditionellen koreanischen Bodenkampftechniken).

Zur Kampfkunst gehört außerdem das Waffentraining mit Kurzstock, Langstock, Schwert und Messer, wobei das Waffenprogramm der traditionellen koreanischen Kampfkünste in einen modernen Trainingskontext integriert wird. Die Philosophie des „mittleren Weges“ bedeutet, dass Han Mu Do die extreme Spezialisierung anderer koreanischer Kampfkünste vermeidet und stattdessen funktionale Vollständigkeit über alle Kampfdistanzen hinweg anstrebt.

Training

Training in Han Mu Do

Das Han-Mu-Do-Training folgt einem strukturierten Gürtelcurriculum – vom weißen Gürtel über die Farbgürtel bis zum schwarzen Gürtel (Dan-Grade). Der Unterricht umfasst typischerweise: Aufwärmen und Beweglichkeit (koreanische Kampfkünste legen Wert auf die Beweglichkeit für Tritte), Grundtechniken (Tritte, Schläge, Hebeltechniken), Partnerübungen (Techniken werden kooperativ angewendet), sparring (Schläge und Grappling getrennt oder kombiniert) sowie Formen (Poomsae-ähnliche Bewegungsabläufe, die das Curriculum vermitteln).

Der ganzheitliche Ansatz des Han-Mu-Do-Trainings macht es zu einer hervorragenden Grundlage für MMA oder allgemeine Selbstverteidigung, da es die Bereiche Schläge, Clinch, Takedowns und Bodenkampf abdeckt, die moderne Kampfsportarten als unverzichtbar erkannt haben.