Ninjutsu
- Die Kunst der verdeckten Kriegsführung der japanischen Ninja – Spionage, Infiltration, Überleben und unkonventioneller Kampf, vereint in einem umfassenden Kampfsystem. Ursprünglich aus der Antike, durch das Bujinkan unter Masaaki Hatsumi bis heute lebendig.
Stats
- Herkunft
- Japan
- Gegründet
- 900
- Organisation
- Bujinkan
Ninjutsu ist die Kampfkunst, Strategie und das Spionagesystem der Ninja (Shinobi) – der verdeckt operierenden Agenten und Spezialisten für unkonventionelle Kriegsführung im feudalen Japan. Ninjutsu ist mehr als ein Kampfsystem und umfasst neben seinen Kampftechniken auch lautloses Vorgehen, Verkleidung, Informationsbeschaffung, Infiltration, Sabotage, Überlebensfähigkeiten und psychologische Kriegsführung. Entwickelt von den Ninja-Clans der Provinzen Iga und Koga (heute die Präfekturen Mie und Shiga), war Ninjutsu das Gegenstück zur offenen Kriegsführung der Samurai und gedieh im politischen Chaos der japanischen Sengoku-Zeit (1467–1615). Heute wird es international über die Bujinkan-Organisation des Großmeisters Masaaki Hatsumi praktiziert, der neun klassische Linien von Kampfkünsten erbte, darunter drei authentische Ninjutsu-Traditionen.
Geschichte
Die Schattenkrieger des feudalen Japans
Die Ninja traten während der Sengoku-Zeit Japans als eigenständiges gesellschaftliches und militärisches Phänomen in Erscheinung – in jenem Jahrhundert nahezu ununterbrochener Bürgerkriege zwischen rivalisierenden Daimyō (Feudalherren). Während die Samurai dem Bushidō-Kodex des offenen, ehrenhaften Kampfes folgten, bewegten sich Ninja außerhalb dieser Konventionen und erfüllten Missionen, die Heimlichkeit, Täuschung, Verkleidung und, falls nötig, Attentate erforderten. Die beiden großen Ninja-Traditionen stammten aus der Provinz Iga (Iga-ryū) und der benachbarten Region Kōga (Kōga-ryū / Kōka-ryū), obwohl es in ganz Japan Dutzende kleinerer Clans gab.
Das Bild des schwarz gekleideten Ninja ist größtenteils eine spätere theatralische Konvention – historische Ninja verkleideten sich je nach Auftrag als Bauern, Händler, Mönche oder andere Zivilpersonen. Die wahren Waffen der Ninja waren Informationen, Geduld, psychologische Manipulation und die Fähigkeit, unbemerkt zu bleiben. Körperlicher Kampf war das letzte Mittel, nicht das wichtigste Werkzeug.
Die neun Schulen des Bujinkan
Masaaki Hatsumi erbte von seinem Meister Toshitsugu Takamatsu, der 1972 starb, neun klassische Ryū-ha (Schulen). Drei davon sind Ninjutsu-Traditionen: Togakure-ryū (im 12. Jahrhundert gegründet), Gyokushin-ryū und Kumogakure-ryū. Sechs sind Samurai-Bujutsu-Schulen: Gyokko-ryū Kosshijutsu, Koto-ryū Koppojutsu, Shinden Fudō-ryū, Kukishin-ryū, Takagi Yōshin-ryū und Gikan-ryū. Bujinkan Budō Taijutsu schöpft aus allen neun Schulen und bildet dadurch ein umfassendes Curriculum klassischer japanischer Kampfkünste – nicht nur Ninjutsu.
Werkzeuge und Waffen des Ninjutsu
Das Werkzeugarsenal der Ninja war außerordentlich vielseitig und einfallsreich. Zu den Waffen gehörten: Shuriken (Wurfklingen), Kunai (Mehrzweckwerkzeug und -waffe), Kusarigama (Sichel und Kette), Naginata (Stangenwaffe), Bō (Stock) und das Ninja-tō (kurzes gerades Schwert). Zur Spezialausrüstung gehörten: Kaginawa (Enterhaken), Shinobi Shōzoku (unauffällige Kleidung), Metsubushi (Blendpulver) sowie verschiedene Brand- und Rauchvorrichtungen. Geräte zum Überqueren von Gewässern, Kletterausrüstung und Werkzeuge zum Öffnen von Schlössern vervollständigten die Ausrüstung der Ninja.
Training
Training im Ninjutsu
Modernes Ninjutsu-Training im Bujinkan umfasst Taijutsu (unbewaffnete Körperbewegung – die Grundlage aller Techniken), Waffentraining mit den traditionellen Waffen der Ninja- und Samurai-Systeme sowie den strategischen und philosophischen Lehrplan der neun Schulen. Taijutsu legt den Schwerpunkt auf natürliche Körperbewegungen, Distanzkontrolle und darauf, die Kraft eines Gegners zu nutzen, anstatt ihr entgegenzuwirken – Prinzipien mit klarer praktischer Bedeutung für die Selbstverteidigung.
Das Training ist typischerweise kooperativ statt wettkampforientiert – im Bujinkan gibt es keine Turniere. Der Lehrplan ist breit gefächert statt auf wenige Bereiche vertieft und behandelt schrittweise Waffen aus allen neun Schulen, während die Schüler die Dan-Grade durchlaufen. Mit Hatsumi selbst in der Stadt Noda zu trainieren, gilt für ernsthaft trainierende Schüler als die maßgebliche Erfahrung.
Aankomende events
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Historische events
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Ausrüstung & Ausrüstung
Ninjutsu-Training-Ausrüstung
Dogi: Die schwarze Trainingsuniform ist im Bujinkan Standard und spiegelt die traditionelle Verbindung zu verdeckten Operationen wider. Einige Schulen verwenden marineblaue oder dunkle Farben.
Tabi: Japanisches Schuhwerk mit geteilter Zehenpartie, das beim traditionellen Training verwendet wird. Es bietet Halt und Bodensensibilität und schützt gleichzeitig die Füße.
Bokken und Trainingswaffen: Holzschwert, Trainings-Kunai, Gummi-Shuriken und gepolsterte Waffen für das Waffentraining. Vollständige traditionelle Waffensets werden schrittweise erlernt.
Schutzausrüstung: Im Vergleich zu Schlagkampfkünsten minimal – beim Ninjutsu-Sparring (Randori) wird typischerweise leichte Schutzausrüstung oder gar keine verwendet, wobei Kontrolle und Aufmerksamkeit gegenüber einem Vollkontakt-Austausch im Vordergrund stehen.