Von der Undergroundszene zu großen Veranstaltungen
Ab den 1960er-Jahren fand viel Vale Tudo in Dojos, kleinen Sälen und regionalen Ligen statt. In den 1980er-Jahren sorgten die Kämpfe von Rickson Gracie und Rei Zulu erneut für große öffentliche Aufmerksamkeit. Veranstaltungen wie Noite das Artes Marciais im Jahr 1984 und Desafio - Jiu-Jitsu vs Luta Livre im Jahr 1991 machten die Rivalität zwischen den brasilianischen Kampfsportgemeinschaften einem größeren Publikum bekannt.
Auch Veranstaltungen außerhalb von Rio, etwa Capoeira vs Chute Boxe in Curitiba im Jahr 1993, trugen zur Entwicklung einer breiteren brasilianischen Interstil-Szene bei. Teilnehmer und Ergebnisse werden in historischen Quellen teilweise aus der Perspektive der beteiligten Teams beschrieben; Behauptungen über eine allgemeine Überlegenheit eines Stils oder einer Person werden daher nicht als gesicherte Einschätzung übernommen.
UFC, PRIDE und die Internationalisierung
Rorion Gracie und Art Davie ließen sich von der brasilianischen Herausforderungstradition zur ersten UFC im Jahr 1993 inspirieren. Royce Gracie gewann UFC 1, indem er drei Gegner zur Aufgabe zwang. Die Veranstaltung brachte den Interstil-Wettkampf einem internationalen Publikum näher, doch die UFC war nicht einfach eine unveränderte Kopie jedes brasilianischen Vale-Tudo-Events.
In Japan trug die Vale-Tudo-Japan-Serie ab 1994 dazu bei, das Interesse an internationalen Interstil-Kämpfen zu steigern. PRIDE Fighting Championships, 1997 gegründet, verband Einflüsse aus Vale Tudo, Shooto, Ringen, Jiu-Jitsu, Muay Thai und anderen Disziplinen und wurde zu einem wichtigen Förderer des modernen MMA.