Ein Grinsen mit Fangzähnen, ein unverkennbares Superheldendesign oder eine schlichte Ausführung: SafeJawz gibt einem kleinen Teil deiner Ausrüstung ein eigenes Gesicht. Hinter diesen auffälligen Mundschützern steckt eine Geschichte, die bei zwei Studenten in Manchester beginnt. George Dyer und Ewan Jones kannten den Kontaktsport aus eigener Erfahrung und sahen Raum für eine Marke, die Passform und Persönlichkeit vereint.
Ihr Unternehmen entwickelte sich vom Verkauf von Sportartikeln bei Studentenveranstaltungen zu einem Spezialisten für den Schutz der Zähne. Unterwegs kamen ein Arbeitsplatz in einem zusätzlichen Schlafzimmer, technische Unterstützung durch die University of Warwick und eine offizielle Marvel-Kollektion hinzu. Der rote Faden blieb erkennbar: Ein Mundschutz soll sich beim Sport angenehm tragen lassen und so aussehen, dass man ihn gern trägt.
Zwei Mitbewohner mit gemeinsamem sportlichem Hintergrund
SafeJawz wurde 2014 von George Dyer und Ewan Jones gegründet. Die beiden lernten sich als Studenten und Mitbewohner in Manchester kennen. George betrieb Boxen und Kampfsport, Ewan spielte Rugby. Damit brachten sie unterschiedliche Berührungspunkte mit derselben Ausrüstung mit: Ein Mundschutz gehörte sowohl im Boxstudio als auch auf dem Rugbyfeld zur Vorbereitung.
Diese Verbindung ist ein wichtiges Detail der Geschichte. SafeJawz entstand aus der Erfahrung von Kontaktsportlern, nicht aus einer einzigen Disziplin. Ein Boxer und ein Rugbyspieler bewegen sich unterschiedlich, wissen aber beide, wie wichtig ein Schutz ist, der sich im Mund angenehm anfühlt. Das Gespräch über ihre eigene Ausrüstung wurde so zum Ausgangspunkt für ein gemeinsames Unternehmen.
Die ersten Geschäftsaktivitäten umfassten mehr als Mundschützer. George und Ewan verkauften Sportkleidung und andere Sportartikel bei Studentenveranstaltungen. So waren sie nah an den Menschen, die ihre Produkte nutzten. Gerade die Verbindung aus eigener Sporterfahrung und direktem Verkauf half ihnen, eine eigene Richtung zu finden.
Vom Verkaufsstand in ein zusätzliches Schlafzimmer
In Georges Gründungsgeschichte beginnt das Unternehmen ganz handfest. Teamkleidung und reduzierte Sportartikel werden verkauft, Kundenfragen kommen direkt an und die Gründer lernen dabei, was Sportlern angenehm ist. Aus diesen alltäglichen Kontakten wächst das Interesse am Schutz der Zähne. Ein Mundschutz bietet Spielraum für mehr Tragekomfort und ein eigenes Design.
Nach dem Studium führt das Unternehmen seine Arbeit von einem zusätzlichen Schlafzimmer in einem Reihenhaus in Manchester aus fort. Für die Einrichtung besorgen die Gründer gebrauchte Büromöbel beim Moss Side Community Project. Ein Aktenschrank wird auf einem Skateboard durch Rusholme zum neuen Arbeitsplatz transportiert. Es ist so ein kleines Detail, das einer Gründungsgeschichte sofort einen Ort und eine Größenordnung gibt.
Zu diesem Zeitpunkt steht noch kein großes Sportunternehmen hinter der Marke. Es gibt zwei Gründer, einen zweckmäßig eingerichteten Arbeitsraum und eine Produktidee, die weiter ausgearbeitet werden muss. Der Wechsel vom Verkauf verschiedener Sportartikel zu einer eigenen Spezialisierung erfordert anderes Wissen: Produkte entwerfen, geeignete Materialien auswählen und ein Produkt für die Produktion vorbereiten.
Vier Momente, die die Entwicklung sichtbar machen
Die Geschichte wird klarer, wenn man die Gründung, den ersten Arbeitsplatz und die technische Entwicklung nebeneinander betrachtet. Nicht jede Veränderung braucht ein eigenes Einführungsdatum. Diese vier Momente zeichnen die Grundzüge des Wachstums nach, von der Studienzeit bis zur späteren Anerkennung als Sportmarke.
- 2014: George Dyer und Ewan Jones gründen SafeJawz. Die Mitbewohner aus Manchester verbinden ihren Hintergrund im boxen, in den Kampfkünsten und im Rugby mit ihrer Erfahrung im Verkauf von Sportartikeln.
- Nach dem Studium: Ein Schlafzimmer wird zum Arbeitsplatz. Von einem Reihenhaus in Manchester aus bauen die Gründer ihr Unternehmen weiter auf, mit gebrauchten Büromöbeln und einem klaren Fokus auf mundschützer.
- 2017: WMG beschreibt den Weg von der Skizze zum Prototyp. Die University of Warwick veröffentlicht am 27. Oktober einen Bericht über ihre Unterstützung bei 3D-Modellen, Prototypen für Erwachsene und Jugendliche und der Vorbereitung auf die Produktion.
- 2024: ein King's Award for Enterprise. SafeJawz nennt die Auszeichnung als Meilenstein in der weiteren Entwicklung des Unternehmens.
Warwick hilft, die Idee umsetzbar zu machen
Eine ansprechende Idee auf dem Papier ist der Anfang der Produktentwicklung. Damit daraus ein brauchbarer mundschutz wird, müssen Form, Material und Produktionsmethode zusammenpassen. SafeJawz suchte dafür Unterstützung bei WMG, einem Teil der University of Warwick. Die Mitteilung der Universität aus dem Jahr 2017 gibt einen konkreten Einblick in diese Arbeit.
Technology Transfer Engineer Jennie Murray beschreibt, wie das Team Skizzen zu 3D-Modellen ausarbeitete. Mit Spezialgeräten wurden aus diesen Modellen anschließend Prototypen für Erwachsene und Jugendliche gefertigt. So konnte die Form begutachtet und weiterentwickelt werden, bevor das Produkt in größerem Maßstab hergestellt wurde.
Auch die Vorbereitung auf die Produktion erhielt Aufmerksamkeit. WMG half, das Design zu optimieren, und brachte das Unternehmen mit Herstellern und Werkzeugbauern in Kontakt. Das verbindet die kreative Seite der Marke mit der industriellen Seite: Eine auffällige Idee muss sich auch präzise und wiederholbar produzieren lassen.
Für die Markengeschichte ist das ein bedeutender Schritt. Die Gründer brachten Sporterfahrung und eine eigene Vision mit; die Zusammenarbeit ergänzte spezialisiertes Wissen über Design und Fertigung. Die Unterstützung bei der Entwicklung zeigt, wie viel Arbeit hinter der Form eines scheinbar einfachen Sportartikels stecken kann.
Protection with Personality bekommt ein Gesicht
Protection with Personality fasst den charakteristischen Gedanken von SafeJawz zusammen. Schutz ist die Funktion des Produkts, Persönlichkeit gibt ihm einen eigenen Platz unter den Trainingssachen. Das kann auffällig sein, etwa mit einem Grinsen oder Zähnen als Motiv, aber auch zurückhaltend und schlicht. Es geht um die Freiheit, eine Ausführung zu wählen, die zu einem passt.
Bei vielen Ausrüstungsgegenständen ist diese persönliche Wahl selbstverständlich. Man wählt eine Farbe für die Boxhandschuhe oder eine Hose, die man gern trägt. SafeJawz überträgt denselben Gedanken auf den Mundschutz. Ein kleiner Teil der Ausrüstung, dem sonst wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, wird plötzlich zu einem unverwechselbaren Detail des Sportlers, der ihn trägt.
Das bekannte Dracula-Design macht diesen Gedanken sofort deutlich. Die Zähne auf der Vorderseite prägen den Look, während die Form des Mundschutzes ihren praktischen Zweck erfüllt. Die Kombination aus einem wiedererkennbaren Gesicht und einer durchdachten Form für den Gebrauch verleiht der Marke ihren Charakter.
Die Passform ist der technische rote Faden
Neben dem Äußeren spielt der Sitz an den Zähnen eine zentrale Rolle. SafeJawz verwendet für seine selbst anpassbaren Mundschützer die Namen FluidFit, JawSecure und ReModel Tech. Sie beschreiben verschiedene Aspekte der Nutzung: das Formen des Materials, die Gestaltung der Basis und die Möglichkeit, den Mundschutz gemäß der Modellanleitung erneut anzupassen.
Bei FluidFit geht es um das Material, das beim Formen an die Konturen der Zähne angepasst wird. Die Form, die man beim Training trägt, entsteht also gemeinsam mit dem Sportler. Die Anleitung des gewählten Modells bestimmt, wie diese Vorbereitung abläuft. Dadurch ist das Anpassen ein wesentlicher Bestandteil des Produkts.
JawSecure bezieht sich auf die Unterseite des Mundschutzes, an der die unteren Zähne anliegen. Ein Mundschutz hat damit mehr Designdetails als nur die sichtbare Vorderseite. Auch die Basis und die Kontaktflächen verdienen Aufmerksamkeit, wenn man verstehen möchte, wie er im Mund sitzt.
ReModel Tech ermöglicht es, den Formvorgang gemäß der mitgelieferten Anleitung zu wiederholen. Zusammen setzen diese Eigenschaften die ursprüngliche Idee praktisch um: einen Mundschutz zu entwickeln, den man nicht nur nach dem Aussehen auswählt, sondern auch bequem anpassen und tragen kann.
Ein erkennbarer Gedanke, verschiedene Ausführungen
Die Produktlinien Intro und Extro zeigen, wie ein Spezialgebiet unterschiedlich umgesetzt werden kann. Intro bietet einen unkomplizierten Einstieg in die selbst formbaren Mundschützer der Marke. Bei Extro stehen markante Designs stärker im Vordergrund. Namen wie Dracula, Shark und Viper geben der Serie eine eigene Identität.
Das macht die Entwicklung der Marke interessant, ohne dass man jedes Modell einzeln aufzählen muss. Die Gründer gingen von der Idee aus, dass der Schutz der Zähne mehr Aufmerksamkeit verdient. In den späteren Produktlinien wird diese Idee auf unterschiedliche Vorlieben übertragen: schlicht, auffällig oder auf eine besondere Nutzungssituation zugeschnitten.
Eine feste Zahnspange schafft eine solche besondere Nutzungssituation. Im Mund wird dann mehr Platz benötigt als bei einem regulären formbaren mundschutz. Mit Ortho erhält dieser Bedarf einen eigenen Platz innerhalb der Marke. Das ist ein Beispiel dafür, wie sich das Angebot im selben Fachgebiet erweitern lässt, statt sich immer weiter von der ursprünglichen Spezialisierung zu entfernen.
Ortho: Das Design beginnt bei Menschen mit fester Zahnspange
Eine feste Zahnspange verändert den Raum, in dem ein mundschutz getragen wird. Brackets und die Position der Lippen spielen bei der Gestaltung eine Rolle. SafeJawz Ortho wurde für genau diese Situation entwickelt. Die Linie behält den Fokus auf die Passform bei, setzt ihn aber technisch gezielt um.
BraceHarbour schafft Platz für die feste Zahnspange im Oberkiefer. Die angepasste FluidFit-Schicht hilft beim Formen des mundschutzes. An der Unterseite bildet die LowerBlock-Abschirmung eine Barriere zwischen der festen Zahnspange im Unterkiefer und der Innenseite der Lippe. Diese konkreten Designentscheidungen erklären, warum ein Modell für Zahnspangenträger eine eigene Konstruktion hat.
Auch hier bleibt Persönlichkeit Teil der Marke. Neben einer schlichten Ausführung gibt es zum Beispiel auch ein Ortho Dracula. Die technische Zielgruppe und die Optik müssen also kein Gegensatz sein. Sportler mit fester Zahnspange erhalten eine gezielt für sie entwickelte Ausführung, ohne auf den vertrauten Stil verzichten zu müssen.
Zum Anpassen folgst du den Anweisungen für das jeweilige Ortho-Modell. Für die Markengeschichte ist vor allem die Richtung der Entwicklung interessant: SafeJawz baut seine Spezialisierung weiter aus, indem die Marke bei einem bestimmten Sportler und dessen Nutzungssituation ansetzt.
Marvel passt zum Moment vor dem Start
Mit Marvel x SafeJawz erhält Protection with Personality eine neue, sofort erkennbare Umsetzung. Spider-Man, Black Panther, Captain America und andere Figuren verbinden Sportausrüstung mit einer Welt, die viele Sportler bereits kennen. Es handelt sich um eine offizielle Marvel-Kollektion, deren Designs die bekannte Bildsprache aufgreifen.
SafeJawz verbindet die Kollektion mit einem besonderen Moment im Sport: Kurz bevor es losgeht, setzt du deinen mundschutz ein. Die Vorbereitung ist abgeschlossen, und die Aufmerksamkeit richtet sich auf das, was auf dem Spielfeld, im Ring oder beim Training folgt. Die Marke vergleicht das mit einem Helden, der seine Ausrüstung anlegt, bevor er aktiv wird.
Dieser Gedanke passt zu den Anfängen des Unternehmens. Die Gründer wollten einen Ausrüstungsgegenstand, der als Pflicht empfunden wurde, attraktiver machen. Eine Lieblingsfigur eröffnet dafür einen anderen Zugang. Das Produkt erhält seine Bedeutung durch den Sportler, der es auswählt, nicht allein durch seine Form auf der Werkbank.
Die Zusammenarbeit zeigt auch, wie sich Design und Markenidentität gegenseitig stärken können. Die auffällige Vorderseite zieht weiterhin die Blicke auf sich, während die Passform darüber entscheidet, wie sich das Produkt im Alltag trägt. So erweitert Marvel die Markenidee, die bereits in den früheren Designs erkennbar war.
Selbstvertrauen als Teil der Markensprache
Selbstvertrauen spielt in der Art, wie SafeJawz über Sport spricht, immer wieder eine Rolle. Der Gedanke ist vertraut: Du bereitest dich vor, wählst deine Ausrüstung und gehst mit voller Konzentration ins Training. Ein angenehm sitzender mundschutz und ein Design, das du gern trägst, gehören zu dieser Vorbereitung.
Damit verleiht die Marke dem Produkt auch eine emotionale Seite. Ein mundschutz ist ein Ausrüstungsteil, das du unmittelbar spürst. Er kommt in den Mund, wird Teil einer festen Routine und gehört zu dem Moment, in dem das Training ernsthaft beginnt. Ein eigenständiger Look kann dieses alltägliche Ausrüstungsteil noch unverwechselbarer machen.
Der sportliche Hintergrund der Gründer passt zu diesem Ansatz. Boxen und Rugby sind unterschiedliche Welten, doch bei beiden kommt es auf den Wechsel von der Vorbereitung zum Mitmachen an. SafeJawz nutzt diese gemeinsame Erfahrung, um seine Geschichte zu erzählen: Das Produkt ist den Sportlern nah, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Wachstum innerhalb einer klaren Spezialisierung
Wer die Markengeschichte betrachtet, sieht vor allem eine zunehmende Vertiefung. Aus dem anfänglichen Interesse an besserem Zahnschutz entstanden verschiedene Ausführungen, Designs und ein eigener Ansatz für Zahnspangenträger. Die Zusammenarbeit mit Warwick macht die Produktionsseite greifbar; die Marvel-Kollektion zeigt, wie weit sich der Fokus auf Persönlichkeit führen lässt.
Der King's Award for Enterprise aus dem Jahr 2024 nimmt in dieser Entwicklung einen eigenen Platz ein. Die Auszeichnung steht auf der offiziellen Markenseite unter den Meilensteinen des Unternehmens. Für ein Unternehmen, das mit Studentenveranstaltungen und einem zusätzlichen Schlafzimmer begann, ist das ein bemerkenswerter Schritt in seiner Geschichte.
Auch Zubehör passt zu dieser Spezialisierung. Eine Schutzhülle gibt dem mundschutz auf dem Weg zum Training einen festen Platz. Sie ist eine praktische Ergänzung für dasselbe kleine Produkt, ohne dass die Markengeschichte dafür auf eine komplette Kampfsportausrüstung ausgeweitet werden muss.
Von einer gemeinsamen Idee zu einer unverwechselbaren Sportmarke
SafeJawz begann mit zwei Mitbewohnern, die ihre eigenen Erfahrungen als Kontaktsportler ernst nahmen. Der Verkauf von Sportartikeln brachte sie in engen Kontakt mit Kunden, die Arbeit von Manchester aus gab dem Unternehmen eine praktische Basis und die Zusammenarbeit mit Warwick half dabei, Designideen weiter in Richtung Produktion zu entwickeln.
Die spätere Entwicklung lässt diesen Ursprung weiterhin erkennen. Passform, ein eigenständiger Look, spezielle Modelle für Zahnspangenträger und die offizielle Marvel-Kollektion sind verschiedene Ausprägungen desselben Gedankens. Ein mundschutz bekommt die Aufmerksamkeit, die er als fester Bestandteil deiner Ausrüstung verdient, sowohl in technischer als auch in persönlicher Hinsicht.
Darin zeigt sich der Charakter von SafeJawz. Hinter dem auffälligen Grinsen steckt nicht bloß ein Designgag, sondern die Geschichte eines Unternehmens, das in einem kleinen Sportartikel mehr Potenzial sah, als auf den ersten Blick erkennbar war. Protection with Personality ist die Kurzfassung dieser Geschichte.








