Boxhandschuhe, Sandsackhandschuhe und Kopfschützer aus Leder verdienen mehr als einen Platz ganz unten in deiner Sporttasche. Mit einem weichen Tuch, etwas Aufmerksamkeit und einer dünnen Schicht geeigneter Ledercreme pflegst du die Lederaußenseite. Wir verwenden dafür Rapide Original. Im Folgenden erfährst du, welches Material du einfettest, wie du dabei vorgehst und was du auf der Außenseite besser nicht verwendest.
Warum Lederfett für deine Lederausrüstung verwenden?
Leder gibt nach, wenn du eine Faust machst, deine Handschuhe anziehst oder einen Kopfschutz einstellst. Eine gepflegte, geschmeidige Außenseite fühlt sich angenehmer an als Leder, das trocken und steif wird. Lederfett soll das Leder pflegen und geschmeidig halten. Es ist weder ein Reinigungsmittel für die Innenseite noch ein Mittel, um beschädigte Polsterung zu reparieren.
Wenn du regelmäßig trainierst, empfehlen wir etwa einmal im Monat eine dünne Lederpflege. Du musst nicht warten, bis sich das Leder hart anfühlt, aber auch nicht nach jedem Training erneut Creme auftragen. Reinigen, prüfen und nur bei Bedarf behandeln: So wird die Pflege zu einer kleinen, festen Gewohnheit.
Zuerst das Material: Glattleder ist etwas anderes als Mikrofaser
Verwende Ledercreme auf der geeigneten glatten Lederaußenseite. PU und synthetische Mikrofaser solltest du nicht einfetten. Ein Handschuh kann wie Leder aussehen, ohne aus Leder zu bestehen; die Produktbeschreibung hilft dir, den Unterschied zu erkennen. Wildleder und Nubuk eignen sich nicht für die hier beschriebene Behandlung mit Lederfett.
Wähle die Pflege nach dem Material und den Pflegehinweisen des Herstellers. Eine Außenseite aus Leder allein ist noch kein Grund, Ledercreme zu verwenden. Rival empfiehlt für seine Ausrüstung ein Tuch und eine milde, für Sportausrüstung geeignete Reinigung und rät von Vaseline, Ölen und reichhaltigen Cremes ab. Halte dich bei Rival-Modellen an diese Pflegehinweise.
Achte auch auf die einzelnen Teile: Eine Außenseite aus Leder bedeutet nicht, dass Futter, Belüftungseinsätze und Verschlüsse dieselbe Pflege brauchen. Halte diese Teile frei von Creme. Teste die Creme bei gefärbtem Leder und bedruckten Oberflächen immer zuerst an einer unauffälligen Stelle.
Rapide Original: Ledercreme und Lederfett sind hier dasselbe Produkt
Auf der Dose steht Ledercreme, während du das Produkt in unserem Onlineshop als Lederfett Rapide Original findest. Laut Rapide handelt es sich um dasselbe Pflegeprodukt unter verschiedenen Namen. Es besteht aus Mineralölen und Wachsen und ist für die Pflege von Glattleder gedacht.
Rapide ist ein Pflegeprodukt für Glattleder. Verwende es, wenn die Materialverarbeitung und die Pflegehinweise für deinen Artikel zu dieser Behandlung passen. Trage eine kleine Menge auf, verteile sie dünn und entferne überschüssige Reste. So bleibt die Lederpflege einfach und gezielt.
Die Lederaußenseite in sechs Schritten pflegen
- Prüfe Material, Pflegehinweise und Zustand. Behandle nur glattes Leder, für das diese Pflege geeignet ist. Achte dabei auch auf Nähte, Verschlüsse und Beschädigungen. Creme repariert weder beschädigte Polsterung noch gelöste Nähte.
- Reinige die Außenseite. Verwende ein weiches, leicht feuchtes Tuch und lass das Leder danach trocknen. Verwende Sukkiri oder FreshKO nicht auf dem Außenmaterial und tauche deine Ausrüstung nicht unter.
- Teste an einer unauffälligen Stelle. Verreibe dort eine kleine Menge Creme und prüfe das Ergebnis, bevor du eine größere Fläche behandelst.
- Trage eine dünne Schicht auf. Gib etwas Rapide auf ein weiches Tuch und verteile es auf dem glatten Leder. Halte die Creme von Futter, Polsterung, Öffnungen und Verschlüssen fern.
- Lass die Creme einziehen und reibe die Rückstände ab. Verwende ein sauberes, trockenes Tuch. Die Oberfläche sollte sich gepflegt anfühlen und nicht mit einer sichtbaren Fettschicht bedeckt sein.
- Prüfe alles, bevor du wieder trainierst. Behandle deine Ausrüstung am besten nach dem Training. Prüfe vor der nächsten Einheit, ob das Material trocken ist und keine fettigen Rückstände auf deinen Händen, deinem Trainingspartner oder dem Boxsack hinterlässt.
Wie viel Creme brauchst du und wann kannst du wieder trainieren?
Fang mit wenig an. Du kannst immer noch ein wenig auf einer trockenen Stelle verteilen, während eine zu dicke Schicht vor allem zusätzliche Putzarbeit bedeutet. Gib die Creme auf dein Tuch, statt eine große Menge direkt auf den Handschuh zu geben. Bearbeite die verschiedenen Lederflächen in Ruhe und entferne nach dem Einziehen die Rückstände.
Unser praktischer Rat: Mach das nach dem Training und lass deine Ausrüstung bis zum nächsten Tag bei Raumtemperatur liegen. Prüfe dann das Ergebnis. Bleibt die Außenseite fettig oder klebrig, reibe die Rückstände weiter ab und verwende den Artikel noch nicht fürs Training. Ein Heizkörper, Föhn oder heißes Auto ist keine geeignete Methode, um die Behandlung zu beschleunigen.
Sandsackhandschuhe aus Leder: Außenseite pflegen, Schlagflächen prüfen
Beim Sandsacktraining kommen die Schlagflächen immer wieder mit dem Boxsack in Kontakt. Entferne deshalb nach dem Training Schmutz und prüfe das Leder, bevor du es behandelst. Unsere Fairtex-Sandsackhandschuhe mit offenem Daumen sind zum Beispiel aus Rindsleder gefertigt; das ist ein anderes Material als die synthetische Mikrofaser des Rival RB11 Evolution.
Bei einem Ledermodell, für das der Hersteller diese Behandlung erlaubt, verteile die Creme dünn auf den geeigneten Lederflächen außen. Fülle keine Nähte, Belüftungslöcher oder Daumenöffnungen mit Creme und halte den Verschluss sauber. Achte bei der Kontrolle auf Verschleiß an der Schlagfläche, aber versuche nicht, sich lösendes Material oder einen Riss mit zusätzlichem Fett zu reparieren.
Trainiere erst wieder am Boxsack, wenn die Oberfläche keine fettigen Rückstände mehr hinterlässt. Die Pflege der Außenseite ist unabhängig vom Trocknen des Innenfutters: Pack deine handschuhe nach dem Training aus und lass sie auch innen gut trocknen.
kopfschützer aus Leder: Nur die geeigneten Außenflächen einfetten
Auch bei einem kopfschutz aus Leder lohnt es sich, die Außenseite zu pflegen. Reinige sie zuerst und lass sie trocknen. Wenn eine Lederbehandlung den Pflegehinweisen für dein Modell entspricht, trage das Pflegemittel dünn auf das geeignete Glattleder auf. Die Form hat mehr Ecken und Kanten als ein handschuh; bearbeite deshalb mit deinem Tuch einzelne Flächen, statt den ganzen Artikel großzügig einzuschmieren.
Halte Innenfutter, Polsterung, Kinnriemen, Schnürsenkel und Klettverschlüsse frei von lederfett. Die Teile, die dein Gesicht berühren, dürfen nicht fettig werden, und die Verschlüsse müssen weiterhin gut funktionieren. Entferne Rückstände an den Rändern sorgfältig. Verwende den kopfschutz erst wieder, wenn keine Creme mehr abfärbt.
Nicht jeder kopfschutz besteht aus Leder. Eine synthetische Außenseite reinigst du und lässt sie trocknen, fettest sie aber nicht ein. Lederpflege macht außerdem eine abgenutzte Polsterung oder einen defekten Verschluss nicht wieder brauchbar: Überprüfe weiterhin den gesamten kopfschutz.
Außen- und Innenseite: Verwende nicht überall dasselbe Mittel
Verwende Sukkiri und FreshKO nicht auf dem Außenmaterial deiner handschuhe oder deines kopfschutzes. Auch dann nicht, wenn die Außenseite aus PU oder synthetischer Mikrofaser besteht. Ein Sportspray ersetzt bei dieser Pflege nicht das weiche, leicht feuchte Tuch, mit dem du die Außenseite abwischst.
Pflege Außen- und Innenseite getrennt. Die Außenseite reinigst du mit dem Tuch; geeignetes Glattleder pflegst du bei Bedarf mit Rapide. Sukkiri ist unsere erste Wahl als Spray für die Innenpflege deiner handschuhe, FreshKO ist die Alternative. Lass das Futter nach Gebrauch gut trocknen. Ledercreme gehört dagegen nicht in den handschuh.
Verwende beim Training saubere boxbandagen oder unterziehhandschuhe und beim Trocknen deiner handschuhe einen deodorizer. So wird auch die Innenseite berücksichtigt, ohne dass du die Lederaußenseite mit Spray behandelst oder das Futter einfettest.
Deine Lederausrüstung überprüfen und bei Bedarf pflegen
Bei regelmäßigem Training empfehlen wir, geeignetes Glattleder etwa einmal im Monat dünn zu pflegen. Das ist unsere praktische Fight2Win-Richtlinie. Mach daraus zum Beispiel einen festen Kontrolltermin, an dem du deine handschuhe und deinen kopfschutz aus Leder reinigst und überprüfst.
Fühlt sich das Leder trocken oder rau an, prüfe es früher. Ist es noch geschmeidig und liegt noch eine Pflegeschicht darauf, verzichte auf eine erneute Behandlung. Das Ziel ist gepflegtes Leder, nicht eine immer dickere Cremeschicht.
Auch wenn du eine Zeit lang nicht trainierst, ist es sinnvoll, deine Ausrüstung gelegentlich zu überprüfen. Fette sie vor dem Verstauen nicht automatisch besonders dick ein. Reinige sie, lass sie gut trocknen und prüfe den Zustand des Leders.
Häufige Fehler: zu viel Creme auftragen oder den falschen Teil behandeln
Der häufigste Denkfehler ist, dass mehr Creme auch mehr pflege bedeutet. Eine dicke Schicht, die auf der Oberfläche liegen bleibt, ist nicht das gewünschte Ergebnis. Wische überschüssige Reste ab und verwende beim nächsten Mal weniger.
Ein zweiter Fehler ist, alles gleich zu behandeln: Eine Schlagfläche aus Leder, ein synthetisches Belüftungspanel, das Innenfutter und ein Klettverschluss haben unterschiedliche Funktionen. Orientiere dich am Material. Lege feuchte Ausrüstung auch nicht zurück in eine verschlossene Tasche und versuche nicht, Schäden mit einer neuen Schicht Creme zu verdecken.
Nach der Pflege: trocken, belüftet und fern von Hitze aufbewahren
Lass deine Ausrüstung bei Raumtemperatur trocknen, mit ausreichend Platz rundherum. Nicht auf der Heizung, im Trockner oder in einem heißen Auto. Boxhandschuhe gehören nicht in die Waschmaschine und dürfen nicht in Wasser getaucht werden.
Verstaue deine Ausrüstung erst, wenn die Außen- und die Innenseite trocken sind. Halte deine Dose Ledercreme gut verschlossen und bewahre sie an einem kühlen, trockenen Ort auf, fern von Hitze und direkter Sonne. Mit einem Tuch bei deinen pflegeprodukten machst du dir die nächste Pflegerunde gleich leichter.
Fazit: dünn pflegen, gründlich verreiben und Innen- und Außenseite getrennt behandeln
Für Boxhandschuhe aus Leder, sandsackhandschuhe aus Leder und kopfschützer aus Leder gilt dasselbe Grundprinzip: reinigen, trocknen lassen, an einer kleinen Stelle testen und die geeigneten Lederaußenflächen dünn pflegen. Rapide Original ist unsere Wahl für diese Lederpflege, sofern der Hersteller sie für dein Modell erlaubt. Rival rät von Ölen und reichhaltigen Cremes ab; halte dich bei dieser Ausrüstung an die jeweiligen Pflegehinweise. Wenn du regelmäßig trainierst, prüfe die Ausrüstung anfangs etwa einmal im Monat und behandle sie bei Bedarf.
Achte genau auf die Unterschiede zwischen den Teilen. Kein lederfett auf PU, synthetische Mikrofaser, Futter oder Verschlüsse. Kein Sukkiri oder FreshKO auf das Außenmaterial. So verwendest du jedes pflegeprodukt dort, wo es in dieser Routine hingehört, und stehst beim nächsten Training nicht mit fettiger oder noch feuchter Ausrüstung da.
























